28.03.2011
Zum Wohl der Patienten
Coburg - Seit drei Jahren ist Assistenzarzt Dr. Ulrich Hager am Klinikum Coburg tätig. In den letzten sechs Monaten war er in der Notaufnahme, der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Medizin, eingesetzt. Diese soll schrittweise in ein Drei-Schicht-System überführt werden, wofür Internisten und Ärzte in fortgeschrittener internistischer Weiterbildung gesucht werden.
"Gerade im ambulanten Bereich bekommt man das gesamte Spektrum der inneren Medizin zu sehen und sammelt Erfahrungen in der Akutversorgung. Das ist sehr wichtig für den Arztberuf, denn man wird immer wieder mit Notfällen konfrontiert", hebt Hager die Vorteile seiner Erfahrungen in der Notaufnahme hervor. Da Untersuchungen hier zeitnah durchgeführt werden können, bestehe für Ärzte die Möglichkeit, selbst tätig zu werden und den Patienten umfassend zu behandeln. In Kürze will sich der junge Arzt niederlassen. "Dafür ist es hilfreich, auch mal leichtere Fälle zu sehen, die anschließend wieder nach Hause geschickt werden."
Leiter Dr. Gerd Kleilein regelt die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachbereiche in der Notaufnahme: "Wir sind interdisziplinär ausgerichtet. Größere Fachabteilungen haben eigenes Personal dort, kleinere werden auf Zuruf hinzugezogen." Bei der Weiterbildung der Assistenzärzte sei vor allem Koordination gefragt. Es komme beispielsweise auf die richtige Reihenfolge der Untersuchungen an, um den jeweiligen Patienten so schnell wie möglich in die richtige Fachabteilung weiterleiten zu können.
Im bisherigen Zwei-Schichten-System seien unter anderem Ärzte aus dem Bettenhaus für die Notaufnahme gestellt worden. Für die Zukunft plane man eine homogenere Struktur, um die Versorgung auf einem konstanten Niveau zu halten, so Kleilein. Dazu soll bis 2013 ebenfalls die jetzige, an die Notaufnahme angrenzende Apotheke zu einer Aufnahmestation mit etwa 14 Betten umgewandelt werden. Dort können Patienten so lange untersucht, behandelt und überwacht werden, bis eine definitive Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen wird. Geplant ist zudem, einen Computertomographen für die Notaufnahme anzuschaffen.
Interdisziplinäres Arbeiten gibt es in Coburg schon seit dem Bezug der Notaufnahme Anfang der 1990er Jahre. Seit 2002 handelt es sich um eine eigenständige, internistisch geleitete Abteilung. Ein Teil der dort arbeitenden Ärzte ist direkt der Notaufnahme zugeordnet, die restlichen werden von den einzelnen Fachbereichen gestellt. Die jährliche Versorgung liegt dort bei 29 000 Patienten - Tendenz steigend.