28.12.2011
Zeitreise in Zelluloid
Coburg - "Für mich ist das Projekt eine Zeitreise", erklärt Jürgen A. Brückner. Mehr als 1000 Filme stapeln sich in seiner Villa am Festungsberg, die buchstäblich um das hauseigene Kino herum erbaut wurde. Dem Coburger wurde seine Leidenschaft schon in die Wiege gelegt, denn der Vater kaufte sich bereits 1937 eine der ersten Acht-Millimeter-Kameras: "Kein Mensch hatte damals einen Film, man musste ins Kino gehen oder zu uns nach Hause."
Umfangreiche Sammlung
Vor fünf Jahren wurde das Fernsehen auf das Archiv von Jürgen A. Brückner aufmerksam: Bei den Recherchen für seine Reihe "Kostbarkeiten auf Zelluloid" - eine Spurensuche nach historischen Filmdokumenten - musste der Bayerische Rundfunk unweigerlich auf die umfangreiche Sammlung des Coburgers stoßen. "Durch meine Tätigkeit in der historischen Gesellschaft ist meine Sammlung über Coburger Geschichte entstanden", freut sich Jürgen A. Brückner.
Inzwischen arbeiten der Sammler und die Filmemacher an einer Coburger Zeitreise: Besonders interessanten historischen Aufnahmen aus der Stadtgeschichte werden Szenen gegenübergestellt, die an Originalschauplätzen in Coburg nachgespielt wurden.
Am 4. Oktober diesen Jahres begannen die Dreharbeiten des dreiköpfigen Teams: Autor Rüdiger Baumann, Kameramann Gunther Müller sowie Jürgen A. Brückner. Dabei stellte die Auswahl aus der Fülle der Bilddokumente die wohl schwerste Herausforderung für die Filmcrew dar.
Immerhin soll das Dreh-Ergebnis nicht allein den Coburgern gefallen, sondern bayernweit Interesse wecken. In den handverlesenen Aufnahmen spiegelt sich daher mehr als "nur" Coburger Regionalgeschichte: Zum Beispiel gelang im Jahr 1928 den Flugpionieren Hermann Köhl, Günther von Hühnefeld und C. Fitzmaurice die erste Überquerung des Atlantik in Ost-West-Richtung. Nach ihrer Rückkehr wurden sie in der Vestestadt großartig empfangen. Dieses Medien-Großereignis, auf Zelluloid gebannt, fand ebenso Eingang in die Dreharbeiten wie die spektakulären Aufnahmen vom 400. Jahrestag für Martin Luther am 15. April 1930.
Faszinierender Einblick
Der Film ermöglicht einen faszinierenden Einblick in die Vergangenheit der Stadt - auf Häuser, Straßen und vor allem die Menschen in ihrer alltäglichen Umgebung. Weiterhin schreibt die Dokumentation Technikgeschichte: Entwicklungen in der Filmtechnik, zum Beispiel vom Schwarzweiß- zum Farbfilm, werden in der Gegenüberstellung alter und moderner Aufnahmen eindrucksvoll sichtbar.