18.08.2010

Wir sind weltmeisterlich

Wir sind weltmeisterlich

Vor einigen Jahren hat es den ambitionierten Läufer Norbert Paul "am Rücken gezwickt". Auf Ausdauertraining wollte er dennoch nicht verzichten und stieg aufs Rad um. Es war der Auslöser für zwei Weltmeistertitel.

"Relativ spät, erst mit 35" hat der heute 57-jährige Fernmeldemonteur im Ruhestand aus Weidach mit dem Laufen angefangen. Seine von unermüdlichem Trainingsfleiß gekennzeichnete Sportlerkarriere begann er beim ehemaligen VfB Coburg.

Warum er sich für Laufen entschieden hat? "Dazu hat sicher die Nähe meines Wohnorts zum Trimm-dich-Pfad am nordwestlichen Stadtrand von Coburg beigetragen", erinnert sich Norbert Paul schmunzelnd. Mit Gleichgesinnten habe er sich dort zum Joggen getroffen und seine Liebe zum Laufen entdeckt.

Die Strecken wurden immer länger, das Training immer intensiver. Inzwischen hat Norbert Paul rund 30 Marathonläufe auf dem Konto. Er startet bei großen internationalen Treffen wie dem New-York-Marathon.

So könnte es weitergehen, wenn da nicht die Probleme mit dem Rücken wären. Norbert Paul versucht es mit Radfahren - und der Rücken macht mit. Beim Duathlon kann er schließlich das alternative Ausdauertraining mit dem Rennrad in einen Wettbewerb einbauen.

Der Familienvater geht es mit dem gewohnten sportlichen Ehrgeiz an. Mit beinahe täglichem Training bereitet er sich auf die Wettkämpfe vor. Mit 50 startet er erstmals. 2004 fährt er mit dem 2. Platz bei der Deutschen Meisterschaft gleich einen beachtlichen Erfolg ein.

Im norditalienischen Barcis geht er 2005 bei der Duathlon-Weltmeisterschaft über die Langdistanz an den Start. Das bedeutet 16 Kilometer Laufen, 80 Kilometer Radfahren und noch einmal elf Kilometer Laufen. Der inzwischen für den TV 48 Coburg startende Ausnahmesportler geht als erster durchs Ziel, erringt den bisher größten Erfolg seiner Karriere.

Doch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. 2008, "da hat der Rücken einmal nicht gestreikt", wird sein erfolgreichstes Sportjahr. Norbert Paul gewinnt Bayerische und Deutsche Meisterschaft. Bei der Weltmeisterschaft im belgischen Geel bestätigt er seinen Erfolg aus dem Jahr 2005 und wird erneut Weltmeister.

Und heute? "Ich nehme noch keinen Abschied vom Leistungssport, aber nach zwei Weltmeistertiteln bin ich gelassener geworden", sagt der 57-Jährige. Daher freut er sich auch über seinen 2. Platz bei der diesjährigen "Deutschen", den er sich trotz nasskalter und damit nicht gerade rückenfreundlicher Witterung erlaufen und erradelt hat.

An den Abschied vom Leistungssport denkt der heute 57-Jährige noch nicht.

Neue Presse Logo Mathias Mathes

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