13.11.2010
Wieder ein Ladenschluss
Sonnefeld - Die Tage des Comet-Marktes am Marktplatz 1-3 in Sonnefeld sind gezählt. Das Gerücht um eine mögliche Schließung hielt sich in der Gemeinde schon lange. Auf Nachfrage teilte die Edeka-Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen in Rottendorf der Neuen Presse mit, den Einkaufsmarkt zum 31. Mai 2011 zu schließen und das Gebäude dem Eigentümer zu übergeben. Zu den Gründen für diese Entscheidung wollte Edeka keine Angaben machen.
Nachdem in den vergangenen Jahren bereits Aldi nach Ebersdorf umgezogen war und auch der Rewe-Markt geschlossen hatte, war immer wieder darüber spekuliert worden, dass auch der Comet-Markt aus der Großgemeinde verschwindet. Seit rund drei Jahrzehnten versorgt er die Bevölkerung mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs. Verstärkt hatten sich die Befürchtungen, als bekannt wurde, dass in der Nachbargemeinde Weidhausen im Gewerbegebiet Richtung Sonnefeld ein neuer Edeka-Markt entsteht.
Wenn der Comet im Mai seine Türen schließt, wird es in der Sonnefelder Ortsmitte vorerst keinen Lebensmittelmarkt mehr geben. Als Untermieter ist im Gebäude auch eine Filiale der Bäckerei Fuchs untergebracht. Derzeit können noch keine konkreten Aussagen über deren Zukunft in Sonnefeld gemacht werden.
Aufgrund der zentralen Lage des Comet-Marktes konnten die Kunden bisher ihre Gänge zu Bank, Post oder Apotheke mit dem Einkauf verbinden. In der Stammgemeinde sind mit Lidl und Norma zwei Lebensmittel-Discounter vorhanden, allerdings haben sich beide am Ortseingang in der Frohnlacher Straße angesiedelt. Bürger aus der Ortsmitte müssen dann beträchtlich weitere Wege in Kauf nehmen und stets die stark frequentierte "Hummelkreuzung" passieren.
Bianca Kramer, die im evangelischen Kindergarten Klosterknirpse tätig ist, spricht von einer "bitteren Entscheidung", den Markt zu schließen: "Wenn ich vom Kindergarten nach Hause fahre, kaufe ich meist noch im Comet ein, weil er auf der Strecke liegt. Wenn der Markt geschlossen hat, dann gibt es in der Ortsmitte gar nichts mehr und künftig müssen weitere Wege zum Einkaufen eingeplant werden."
Für Bürgermeister Rainer Marr gehört zu einem Ortszentrum auch ein funktionierender Einzelhandel, der die Möglichkeit bietet, Lebensmittel oder Waren des täglichen Bedarfs kaufen zu können. Die Gemeinde würde es deshalb sehr begrüßen, wenn in das Gebäude erneut ein Lebensmittelmarkt oder ähnliches Geschäft einzieht und so die Lücke wieder geschlossen werden kann.
Der Miteigentümer des Gebäudes Marktplatz 1-3, Manfred Feulner von der Feulner Immobilien GmbH aus Wertheim, erklärt, dass der Mietvertrag mit der Edeka für das Objekt in Sonnefeld ausgelaufen ist. Um die Immobilie möglichst bald zu vermieten, seien bereits enge Gespräche mit möglichen Interessenten, darunter auch Fachmärkte, geführt worden, gibt er sich optimistisch.