08.11.2011
Werbung fürs Familienland
Bayreuth/Coburg - Unter dem Motto "Ein Beispiel geben - von Beispielen lernen" wurden beim jüngsten Wettbewerb "Familienfreundliches Oberfranken" besonders gelungene und nachahmenswerte Projekte gewürdigt. Zu den Preisträgern, die aus 75 Einsendungen gekürt wurden, zählen der Landkreis Coburg und die Firma Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG. "Alle Einsendungen sprechen ihre eigene Sprache. Sie beweisen, Oberfranken ist familienfreundlich", unterstrich Regierungspräsident Wilhelm Wenning bei der Preisverleihung am Montagnachmittag im evangelischen Gemeindehaus in Bayreuth.
Der Landkreis Coburg erhielt in der Kategorie der Städte, Gemeinden, Märkte, Landkreise und Hochschulen einen Preis für seine FamilienCard. Er hat das Projekt mit dem offiziellen Titel "Wir bewegen Familie. Die FamilienCard!" offiziell am 1. September dieses Jahres gestartet. Die kostenfreie FamilienCard für Kinder sowie deren Eltern und Großeltern bündelt mehr als 200 Angebote aus Freizeit, Gesundheit, Sport, Kultur und Bildung im Scheckkartenformat. Neben Vergünstigungen für Familien stärke die Beteiligung von Handwerk, Dienstleistern und der Gastronomie das Bewusstsein für lokale Wertschöpfung, befand die Jury. Die Wesensmerkmale der FamilienCard seien Komplexität, Kreativität, Innovationskraft, Bürgernähe und Bürgerbeteiligung. Ziel sei es, die FamilienCard als eine dauerhafte Struktur im Landkreis Coburg zu stellen. Zusammenfassend würdigte die Jury die familienfreundliche Infrastruktur der FamilienCard, die dezentral und flächendeckend im Landkreis beantragt und genutzt werden kann. Sie vermittle letztendlich die klare Botschaft "Der Familie Zeit schenken". Der Preis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 6250 Euro verbunden.
Die Firma Brose aus Coburg gehört ebenfalls zu den Preisträgern. Dort habe die Geschäftsführung frühzeitig erkannt, dass das Thema "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" einen zentralen Faktor für den Erfolg eines Unternehmens darstelle, und Maßnahmen ergriffen, die weit über das übliche Maß hinausgingen, lobte die Jury. Deshalb seien flexible Arbeitszeitmodelle sowohl in Produktion als auch in Verwaltung und in Funktions- und Geschäftsbereichen möglich. Auch die Möglichkeit des Home-Offices sei gegeben.
Die Kinderbetreuung findet im Brose Kids Club statt, einer unternehmenseigenen Kinder-Bildungs- und Betreuungseinrichtung für Mitarbeiterkinder von sechs bis 18 Jahren. Dort werde Nachmittags-, Ferien- und Notfallbetreuung angeboten. In der Kinder- und Jugendakademie werden vielfältige Bildungskurse für verschiedene Altersklassen angeboten. Für Kinder bis sechs Jahre stehe ein Kontingent im Kinderhaus Leo zur Verfügung. Brose-Mitarbeiter können während einer familienbedingten Auszeit über spezielle Kontakt- und Wiedereinstiegsprogramme die Verbindung zum Unternehmen aufrechterhalten, heißt es in der Laudatio weiter. Für pflegende Angehörige gebe es zahlreiche Unterstützungsangebote. Im firmeneigenen Fitnessstudio können sich die Mitarbeiter und deren Angehörige sportlich betätigen. Darüber hinaus fänden regelmäßig Aktionen zur Information und Beteiligung der Belegschaft inklusive Führungskräfte zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf statt.
Die Firma Brose beteilige sich aktiv am gesellschaftlichen Umfeld durch Förderung von Bildung, Kultur, sozialer Projekte und Sport. Neben vielfältigem Sponsoring im sozialen und caritativen Bereich sei das Projekt Sprungbrett - Neue Chance für Jugendliche ein besonders erwähnenswertes Förderprojekt, würdigte die Jury abschließend.