12.10.2011
Wasser und Licht
Coburg - Wenn Frank Preißler auf Brunnen angesprochen wird, sprudelt es sozusagen nur so aus ihm heraus. Denn der Sachse, der Jahr für Jahr zig Brunnen baut, liebt das Zusammenspiel von Wasser und Technik, und noch mehr, wenn auch noch Licht oder gar Musik hinzukommen. So gesehen hat es ihm auch Spaß gemacht, in den vergangenen Wochen das neue „Wasserspiel“ für den Albertsplatz zu schaffen. „Das wird ein schöner Brunnen“, sagt er und blickt auf die leicht schräge Pflastersteinfläche, auf der insgesamt 25 Düsen installiert sind.
Was zunächst ganz unspektakulär erscheint, soll den rundum sanierten Albertsplatz schon bald spektakulär in Szene setzen. „Aus den Düsen spritzt das Wasser nach oben, und zwar unterschiedlich hoch“, erklärt Frank Preißler. Dazu gibt’s ab Einbruch der Dunkelheit immer noch ein paar Lichteffekte. Denn um jede Düse herum sind noch mehrere mehrfarbige LED-Leuchten angeordnet.
Während Frank Preißler weiter schwärmt, kommt plötzlich sein Kollege Roberto Semsch aus dem Untergrund emporgestiegen. „Ach ja“, sagt Frank Preißler und muss schmunzeln, „da unten ist die ganze Technik untergebracht.“ Und eine Zisterne, die den Brunnen speist.
Kleine Töpfe, die sich unter jeder der 25 Düsenbereiche befinden, sorgen dafür, dass es einen ständigen Wasserkreislauf gibt. Sprich: Platscht das Wasser einer Fontäne auf den Boden zurück, läuft es entweder über eine Rücklaufleitung, die im besagten Topf eingebaut ist, wieder in die Zisterne oder aber über die Überlaufrinne, die sich am unteren Ende der leicht schrägen Brunnenfläche befindet.
Was für den Brunnen-Laien ganz schön kompliziert klingt, ist für Frank Preißler letztlich Standard. „Ich habe in den vergangenen 20 Jahren schon so viele Brunnen gebaut!“ Gerne denkt er zum Beispiel an einen sehr opulenten Wassertisch zurück, den er einst für den Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt am Main errichtet hat. Immer wieder faszinierend sei es außerdem, kunstvolle Springbrunnen für große Kreuzfahrtschiffe zu bauen – „da kommt zu den Lichteffekten auch meistens noch eine Musikinstallation dazu!“
Der Zufall will es übrigens so, dass Frank Preißler, wenn er in diesen Tagen mit dem Brunnen in Coburg fertig ist, erneut einen solchen „Kreuzfahrtschiff-Auftrag“ hat. Seinen zuletzt eher nasskalten Arbeitsplatz auf dem Albertsplatz darf er dann gegen einen trockenen und hoffentlich auch warmen auf der Meyer-Werft im niedersächsischen Papenburg eintauschen.
Dazwischen geht’s aber nochmal kurz nach Hause, wo allerdings – und das betont Frank Preißler ebenso klar wie augenzwinkernd – allenfalls im Badezimmer das Wasser plätschert. „Ich habe eine ganz normale kleine Stadtwohnung – ohne einen einzigen Brunnen!“ Aber, fügt er an, „in unserer Firma stehen ganz viele!“