24.02.2011
Wasser für Kenia, Musik für Coburg
Coburg - „Virtuos und heiter“ heißt es am Sonntag zu Gunsten des Projekts „Wasser für North Horr, Kenia“. Im Jahr 2007 haben die Rotary Clubs Bad Kissingen, Haßfurt, Alzenau und Coburg zusammen mit der Hochschule Coburg ein internationales Hilfsprojekt für die Menschen im Norden Kenias gestartet, das in diesem Jahr zum Abschluss kommt.
Nahe des salzwasserhaltigen Turkana-Sees liegt das Gebiet North Horr, in dem viele Nomaden leben. „Das Problem war die Wasserversorgung“, erläutert Berthold Lendner gestern bei einem Pressegespräch der Rotarier. „In der Regenzeit wurde Wasser gespeichert. Das wurde als Viehtränke, zum Baden und als Trinkwasser genutzt. Das sind Verhältnisse wie vor 150 Jahren in Coburg.“
In der zentralen Siedlung von North Horr leben derzeit rund 6000 Kenianer, darunter 3000 Kinder. Wenn die Trockenperiode einsetzte, musste auch die Schule eingestellt werden, da es kein Wasser mehr gab und die Kinder auf Wassersuche geschickt wurden. Die Bildung war vom Trinkwasser abhängig.
„Das hat sich jetzt geändert“, freut sich Peter Stenglein. Kurz vor Weihnachten war Pfarrer Toni Mahl, der von der Diözese Augsburg aus in der Missionsstation in North Horr tätig ist, beim Rotary Club Haßfurt und legte den aktuellen Stand dar. „Trotz einer extremen Dürreperiode im letzten Jahr musste weder Unterricht ausfallen, noch gab es Erkrankungen wie Cholera“, sagt Peter Stenglein.
Durch die Zusammenarbeit mit der Hochschule, Fachbereiche Bauingenieurwesen und Soziale Arbeit, sei es gelungen, den Menschen in der Missionsstation nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Zwar gab es vor dem Jahr 2007 schon Brunnen in North Horr, die andere Hilfsorganisationen gebaut hatten. Teile wie Handpumpen fehlten jedoch, sodass die Brunnen nicht benutzt werden konnten.
Außerdem fehlten Schulungen im Umgang mit Wasser und Maßnahmen, mit denen die Wasserversorgung und der Umgang mit Wasser auf Dauer gepflegt und geschult werden. „Wir haben zusammen mit den Studenten unser Ziel erreicht“, sagt Berthold Lendner. Die Rotarier sind sich einig: „Wenn durch die ständige Wasserqualität die Bildungschancen steigen, ist ein Teufelskreis durchbrochen.“ Der gesamte Förderungsumfang des Projekts beträgt rund 120000 Euro. Mit dem Konzert am Sonntag soll ein letztes Mal ein finanzieller Teil, der die Nachhaltigkeit sichert, nach North Horr fließen. „Wir wollen ein Hörvergnügen bereiten, dessen Erlös zu 100 Prozent dem Projekt zu Gute kommt“, sagt Peter Stenglein.
Mit Euphonium und Alphorn
Neben der Posaune beherrscht der gebürtige Coburger Matthias Fischer, der in der Kantorei St. Moriz spielte, bevor er in München studierte, auch das Euphonium und das Alphorn. Peter Stenglein schmunzelt. „In der Akustik der Morizkirche klingt das total verrückt“, sagt er. Auch das Lied „Lobe den Herren“ wird ertönen. „Und seien Sie mal gespannt, was man daraus alles machen kann.“