31.03.2011

Vom Gasthof zum Wohnort

Vom Gasthof zum Wohnprojekt

Großheirath - "Originell, sowas ist mir in meinen ganzen Leben noch nicht begegnet" - Wolfgang Hasselkus, Vorsitzender des Seniorenbeirats des Landkreises, ist begeistert. Der Grund der Freude ist ein außergewöhnliches Wohnprojekt für Senioren, das im Großheirather Gemeindeteil Rossach entstehen soll.

Der Bürgermeister der Gemeinde Großheirath Udo Siegel, stellte das Projekt im Feuerwehrgerätehaus Rossach bei der Sitzung des Seniorenbeirates vor. Bei der Besichtigung war das Gremium von dem Vorhaben angetan.

"Landgasthof Weisses Ross" steht an der Tafel des Gebäudes in der Coburger Straße 25 in Rossach; hier war in vergangenen Zeiten eine Gaststätte mit Tanzsaal untergebracht. Heute, informierte Siegel, befinde sich das Haus im Besitz eines privaten Investors. Der Leerstand soll nun sinnvoll genutzt und das Gebäude für Senioren umgebaut werden. Damit wird eine Lücke in der Seniorenbetreuung im südlichen Itzgrund geschlossen.

Verschiedene Angebote

Das Besondere daran: Verschiedene Angebote sind unter einem Dach sinnvoll kombiniert. So ist im Erdgeschoss des Hauses eine ambulante Tageseinrichtung für demenzkranke Patienten mit acht Plätzen vorgesehen. Hier handelt es um ein niederschwelliges Angebot zur Entlastung der Angehörigen, das sich von einer Tagespflege als teilstationäre Einrichtung deutlich unterscheidet. Im ersten Obergeschoss soll eine Wohngemeinschaft eingerichtet werden, in der neun pflegebedürftige und dementkranke Menschen leben.

Im ehemaligen Tanzsaal im zweiten Obergeschoss sind für etwa acht bis zehn Senioren Ein- bis Zwei-Zimmerwohnungen in Planung. Die Wohnungen sollen zu einem Mietpreis von rund 400 Euro plus Nebenkosten für die Zweizimmerwohnung und 250 Euro plus Nebenkosten für die Einzelzimmer vermietet werden.

Pächter gesucht

Ebenfalls vermietet werden soll die Gaststätte, hier sucht die Gemeinde einen Pächter. "Das Haus", so Siegel, "soll von den Bürgern der Gemeinde und den Senioren genutzt werden." Deshalb ist im Erdgeschoss neben der Gaststätte ein Dorfgemeinschaftsraum vorgesehen. Weiterhin geplant sind Räume für mobile Pflege wie Fußpflege, Friseur oder Arzt. Auch der Wunsch der Rossacher nach einem Dorfladen soll verwirklicht werden. Siegel hat das Heilgersdorfer Modell ins Auge gefasst, zeigt sich aber skeptisch. "Wir werden sehen, ob Rossacher mitmachen, wenn es an den Geldbeutel geht." Das Heilgersdorfer Konzept sieht eine finanzielle Beteiligung der Bürger am Laden vor. Alternativ hierzu kann sich der Bürgermeister auch mit der Kombination eines Bäckers und Metzgers anfreunden.

Wenn die bautechnischen Planungen wie Barrierefreiheit und rollstuhlgerechte Sanitäreinrichtungen geklärt sind, soll das Gesamtkonzept vorgestellt werden. Dies ist für die kommenden Wochen geplant. Der Seniorenbeirat hat dem Wohnprojekt zugestimmt. Das Projekt wird von der Verwaltung begleitet.

Neue Presse Logo Gabi Arnold

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