02.02.2012
Starke Helfer
Neustadt - Die Realschule setzt auf Schulweg-Prävention. In Kooperation mit der Bundespolizei-Inspektion Würzburg ließen sich bereits zahlreiche Schüler zum Bahnbegleiter ausbilden. "Die Schulwegbegleiter sollen die Gefahren auf dem Schulweg erkennen und durch richtiges Verhalten auf ihre Mitschüler einwirken, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen", zeigt Polizeihauptmeister Winfried Felbinger auf.
"Vorfälle gibt es immer wieder. Und da möchte ich meinen Beitrag leisten, dass dabei nichts weiter passiert", erklärt Teilnehmerin Jacqueline Krüger ihre Motivation. Sie ist wie Lisa Gutmann eine der neun Neuen des Kurses: "Wenn ich das jetzige Wissen damals schon gehabt hätte, dann wäre ich sicherlich viel bestimmter und damit erfolgreicher gegen solche Streithähne aufgetreten", erzählt sie.
Auch die Realschule weiß das ehrenamtliche Engagement ihrer Schüler zu schätzen: "Die Schulwegbegleiter sind eine wichtige Säule für Sicherheit auf dem Bahngelände, denn sie sind für andere Schüler erkennbare Ansprechpartner", sagt Konrektor Josef Winter.
Nach der Schulung, die nun mit der Aushändigung der Ausweise endete, müssten die Teenager nun unterscheiden zwischen dem, was sie können, und dem, was sie sich dann wirklich zutrauen, wie Ausbilder Felbinger betont. Er weiß, dass für die Tätigkeit der Schulwegbegleiter viel Fingerspitzengefühl nötig ist.
Was wurde alles gelehrt? "Wir haben rechtliche Grundlagen vermittelt und in Rollenspielen aufgezeigt, wie man sich in der Realität verhalten soll", zeigt Felbinger einen Teil der Seminarinhalte auf, die schließlich in einer theoretischen und praktischen Prüfung abverlangt wurden.
Auch der 17-jährige Denis Greuling war mit von der Partie: "Der Kurs war echt nützlich, denn ich habe tolle Tipps erhalten, wie ich mich bei Vorfällen verhalten soll", sagt er. Er will sein Wissen künftig an Mitschüler weitergeben, sodass viele davon profitieren. Eine positive Erfahrung hat Amelie Rauch bereits gemacht. Sie sagt: "Meine Freunde finden es übrigens gut, dass ich mich so einbringe." Gemeinsam wollen die Schulwegbegleiter ein Vorbild für andere Schüler sein, bei Konflikten nicht weg-, sondern hinzuschauen und einzuschreiten.
Mit Zertifikat
Am Ende der Realschulzeit wird den Teilnehmern ihr ehrenamtliches Engagement mit einem Zertifikat bescheinigt. "Das ist sicher nicht von Nachteil, wenn sich dieser Nachweis in Bewerbungsunterlagen wiederfindet", glaubt Konrektor Josef Winter. Er freut sich, dass an der Realschule noch viele weitere "Bewerber" in den Startlöchern stehen, um die Ausbildung zum Schulwegbegleiter zu durchlaufen. "Wichtig ist die Vorbildfunktion. Die Schulwegbegleiter sollen den anderen regelkonformes Verhalten und Zivilcourage vorleben", bilanziert Polizeihauptmeister Winfried Felbinger. "Das ist der beste Lehrmeister!"