21.01.2011

Stadt sucht Geldgeber

Stadt sucht Geldgeber

Coburg - Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD) ist dafür. Die Einzelhändler und Gewerbetreibenden in der Coburger Innenstadt sind es, die Industrie- und Handelskammer ist es und die Mitglieder des Theaterkreises würden sie gerne nutzen. Selbst der Verein Stadtbild Coburg, lange Zeit erklärter Gegner des Projekts, sperrt sich nicht mehr dagegen: die Tiefgarage unter dem Schlossplatz, angelegt zwischen dem Landestheater und dem Rondell mit dem Denkmal von Herzog Ernst I.

Der Bau könnte umgehend beginnen, sagte Oberbürgermeister Norbert Kastner bei der Diskussionsveranstaltung "Auf den Punkt - der Regionentalk der Sparkasse Coburg-Lichtenfels" gestern Abend. Er sei "ohne Wenn und Aber" für das Projekt, erklärte der OB auf Nachfrage der Moderatoren, Thomas Apfel (Radio Eins) und Oliver Schmidt (Coburger Tageblatt). Nur müsse die Tiefgarage unter dem Schlossplatz für die Stadt Coburg, die derzeit in finanziellen Schwierigkeiten steckt, "kostenneutral" bleiben. Das heißt: Es muss ein privater Investor gefunden werden, der das Gebäude auf eigene Kosten errichtet und betreibt. Bislang haben weder die Stadt, noch der am Podium von Stadtrat Peter Kammerscheid (Freie Wähler) vertretende Förderverein Schlossplatz-Tiefgarage, noch die Industrie- und Handelskammer, noch Einzelhandelsverbände einen Geldgeber aufgetrieben.

Interessenten, so Kastner, habe es in jüngster Vergangenheit gegeben. Er nannte die Apcoa Autoparking GmbH, Stuttgart, und die Bilfinger Berger Parking GmbH, Frankfurt, die die geplanten knapp 400 Stellplätze anlegen wollten. Sie hätten daran aber Bedingungen geknüpft: unter anderem die Nutzung des Parkhauses Mauer ausschließlich für Dauerparker, was dessen Schließung für Besucher der Coburger Innenstadt gleichkommt, die Erhöhung der Parkgebühr auf bis zu 1,30 Euro schon in der ersten Stunde (heute 50 Cent) und, wie Wohnbau-Geschäftsführer Willibald Fehn ergänzte, einen städtischen Zuschuss von 6,7 Millionen Euro bei Baukosten von neun Millionen Euro. Außerdem sollten auch für den Ketschenanger Parkgebühren erhoben werden.

Dass die Parkplätze im Osten der Innenstadt für Geschäftsleute, Anwohner, Kunden sowie Besucher von gastronomischen Betrieben, Ämtern, Behörden und des Landestheaters unverzichtbar sind, unterstrich Unternehmer Horst Geuther. Dies, so Peter Kammerscheid, untermauerten die etwas mehr als 5000 Unterschriften für die Schlossplatz-Tiefgarage, die der Förderverein in den vergangenen Wochen gesammelt hat.

Der Oberbürgermeister erneuerte sein Angebot: Für einen privaten Investor stehe die Tür zu seinem Büro jederzeit offen. Der Stadtrat werde dann sofort alles in die Wege leiten, um den Bau zu verwirklichen. Denn: "Das hilft der Stadt", sagte Norbert Kastner. Selbst FDP-Stadtrat und Stadtbild-Vorsitzender Hans-Heinrich Eidt stimmte dem zu. Er sprach mit Blick auf den seit 2006 vorliegenden Vorschlag von Verkehrsplaner Georg Skoupil von einer "vernünftigen Lösung" für die Schlossplatz-Tiefgarage. Komme sie, werde Stadtbild Coburg dagegen sicher kein Bürgerbegehren in die Wege leiten.

Der Appell an alle Beteiligten oblag Peter Kammerscheid: "Wir müssen nach einem Investor suchen." An diesem Ziel müsse jetzt gemeinsam gearbeitet werden.

Neue Presse Logo Wolfgang Braunschmidt

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