26.07.2010
Fundament für Sicherheit
Ab sofort gilt für die Notrufalarmierung von Feuerwehr, THW, Rettungsdiensten, Bergwacht, DLRG und Katastrophenschutz in den Landkreisen Coburg, Lichtenfels und Kronach sowie die Stadt Coburg die einheitliche Notrufnummer 112. Alle Notrufe laufen in der Integrierten Leitstelle Coburg in Ebersdorf am Frankenring zusammen. Für die Polizei bleibt der Notruf 110. Die bisherige Notrufnummer 19 222 soll im Laufe der Zeit von der 112 abgelöst werden.
Nach Bauzeit, Einrichtungs- und Ausstattungszeit, nach Tausenden Stunden Aus- und Weiterbildung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter ist am Sonntag die Integrierte Leitstelle für den Raum Coburg, Kronach, Lichtenfels in Ebersdorf bei Coburg offiziell in Betrieb genommen worden. Der Verbandsvorsitzende des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, Coburgs Landrat Michael Busch, der Staatssekretär des Bayerischen Innenministeriums, Gerhard Eck, die Landtagsabgeordneten Susann Biedefeld und Jürgen W. Heike, der Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes als Trägerorganisation, Dieter Deinert, sowie die Vertreter der Kommunen, der Feuerwehren, der Rettungsdienste und der Polizei unterstrichen die Bedeutung des Termins.
Nach dem Gesetz zur Einführung der ILS als Pflicht für alle Zweckverbände Mitte 2002 wurde eine solche ILS für die Region am 28. November 2006 beschlossen und als Standort Ebersdorf festgelegt. Im August 2008 erfolgte der Spatenstich. Insgesamt wurden ohne Gebäude 400 000 Euro für Elektroinstallationen, 400 000 Euro für Heizung und Sanitär und 1,6 Millionen Euro für die Leistellentechnik investiert. 1,7 Millionen waren vom Freistaat förderfähig. Der Zweckverband selbst steuerte 430 000 Euro bei und hofft nun, so Michael Busch, dass sich die Verhandlungen mit den Sozialversicherungsträgern in Sachen Mitfinanzierung positiv gestalten.
Nicht nachzuvollziehen sei in diesem Zusammenhang, dass die Nutzung regenerativer Energien über Wärme-Wasser-Pumpe und Brauchwasserzisterne nicht bezuschusst wurde. Immerhin, so Busch, hätte das nochmal 90 000 Euro gekostet. Bis Ende 2010 werden die 21 Mitarbeiter 610 Wochen Ausbildung absolviert haben, dazu kommen die zahllosen Ausbildungsstunden für die Ehrenamtlichen. Auch hierfür trägt der Zweckverband die Kosten. Ab Dienstag wird über die ILS und die einheitliche Notrufnummer 112 auch die Feuerwehralarmierung, die 330 Feuerwehren einschließt, übernommen.
Dieter Deinert zollte vor allem den Mitarbeitern seinen hohen Respekt. High-Tech bei der Alarmierung und Koordinierung der Rettungsdienstkräfte und Feuerwehren verlange qualifiziertes Fachwissen und höchste Konzentration. Der Rettungsdienst in Bayern, allein das BRK fahre jährlich eine Million Einsätze, sei hochprofessionell aufgebaut und strukturiert. Deinert warnte aber auch vor aktuellen Privatisierungsbestrebungen im Rettungsdienstwesen. Der Rettungsdienst, betonte er, sei keine marktfähige Dienstleistung.
Die praktizierenden "Blaulichtorganisationen", erklärt Staatssekretär Gerhard Eck, würden den Bürgern einen hohen Sicherheitsstandard gewähren. Dreh- und Angelpunkt seien aber immer wieder die Tausenden von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Mit einer einheitlichen Notrufnummer, so Eck, würde ein stabiles Fundament für die Sicherheit der Menschen in den Regionen geschaffen. Als Notfallseelsorger und Pfarrer sprachen Steffen Lübke, Christian Beck und Klaus Wening nach der ökumenischen Andacht den geistlichen Segen über Gebäude und Mitarbeiter. Die musikalische Umrahmung der Feier hatte die Bigband des Fördervereins der ehemaligen Kreismusikschule übernommen.