04.08.2011
Staatsstraße 2204
Dietersdorf - Bis auf wenige Millimeter fährt der Lastwagen an die Teermaschine heran, dann hebt sich langsam die Ladefläche. Ein letzter Kontrollblick des Kapos - und schon schmiegt sich die schwarze zähe Masse im Zeitlupentempo ins gefräßige "Maul" des Asphaltiermonsters.
Seit Montag wiederholt sich das Szenario an der Staatsstraße 2204 auf halber Strecke zwischen Dietersdorf und Gemünda nahezu halbstündlich. Bis Samstag wird in diesem Abschnitt die neue Fahrbahn aufgebracht sein. Möglichst ohne großen Verzug soll danach in einem weiteren Bauabschnitt die Sanierung bis zum Ortseingang Gemünda in Angriff genommen werden. Die Fertigstellung erfolgt voraussichtlich im Frühjahr 2012.
Lange in der Warteschleife
Was in der sperrigen Amtssprache Oberbauerneuerung heißt, haben die Stadt Seßlach und vor allem Autofahrer seit Jahren herbeigesehnt. Die Staatsstraße 2204 - vor allem zwischen Dietersdorf und Gemünda - verdiente diese Bezeichnung längst nicht mehr. Zu sehr hinterließen strenge Winter ihre Spuren und verwandelten die Fahrbahn in eine gefährliche Buckelpiste. Die zuständigen Ministerien in München zeigten zwar stets Verständnis, setzten aber zunächst ob klammer Kassenlage andere Prioritäten. Erst nachdem heimische Landtagsabgeordnete wie Jürgen Heike und Susann Biedefeld sowie Bürgermeister Hendrik Dressel wiederholt auf die Barrikaden gingen, gab es im vergangenen Jahr grünes Licht für die Sanierung.
Seit Baubeginn im Juli 2010 wurde die Linienführung der 540 Meter langen Strecke begradigt, ein Geh- und Radweg angelegt und die Rodachbrücke bei Dietersdorf komplett erneuert. Alles in allem kostet die Sanierung (ohne Grunderwerb) rund 1,9 Millionen Euro, von denen der Freistaat mit 1,8 Millionen den Löwenanteil trägt.
"Sowohl zeitlich auch als finanziell liegen wir voll im Plan", sagt Harald Schnappauf von der Servicestelle Kronach des bei der Baumaßnahme federführenden Staatlichen Bauamts Bamberg. Am Samstag werde der erste Bauabschnitt abgeschlossen, um dann nahtlos den zweiten in die Wege zu leiten. "Dann bringen wird die noch verbleibende Strecke bis zur Gärtnerei Then in Gemünda auf Vordermann", kündigt Schnappauf für den heutigen Donnerstag Abstimmungsgespräche mit den Baufirmen an. Nach Lage der Dinge gehe er von einem Beginn Ende August und der Fertigstellung im Frühjahr nächsten Jahres aus.
Start in den Sommerferien
Spätestens bis Ostern soll die Staatsstraße 2204 auch auf der anderen Seite zwischen Seßlach und Büdenhof schlaglochfrei sein. Mangels Geld steht dort aber keine aufwendige Sanierung, sondern lediglich die Erneuerung der Fahrbahn an. Noch in den Sommerferien geht es los - zunächst zwischen Seßlach und dem Betonwerk Angermüller/Pfister. Im Frühjahr folgt die zweite Etappe bis nach Büdenhof. "Das kann nicht in einem Zug erledigt werden, denn die erforderliche Sperrung hat zahlreiche Umleitungen zur Folge", begründet Harald Schnappauf die gestaffelte Ausführung. Die Erneuerung der Teerdecke schlage mit rund 400 000 Euro zu Buche.