17.05.2011
Sparen bei Bepflanzung?
Coburg - Birgit Müller aus Weitramsdorf läuft fast täglich über den Coburger Schlossplatz und bewundert dort, wie sie sagt, immer sehr gerne die „tolle Bepflanzung“ des Rondells. Angesichts des strikten Sparkurses, den die Stadt nun fahren muss, fragte sie sich gestern allerdings: „Warum müssen es denn schon wieder neue Blumen sein?“ Erst Ende März waren 4800 Stiefmütterchen, Ranunkeln und Goldlack gepflanzt worden – heute werden sie, wie Gärtnermeister Martin Dorn vom Grünflächenamt verrät, unter anderem durch zig Geranien und auch Petunien ersetzt. Dieser Wechsel zu diesem Zeitpunkt – nach überstandener „Kalter Sophie“ – ist normal. Aber auch in Zeiten, in denen die Stadt kein Geld hat?
„Wir sparen in vielen Bereichen ein“, erklärt Martin Dorn, „aber eben nicht an solchen Kernbereichen wie dem Marktplatz, dem Schlossplatz-Rondell oder auch dem Brose-Kreisel an der Südzufahrt .“ Am Kreisel auf der Lauterer Höhe wähle man beispielsweise eine Bepflanzung, die anschließend nur einen geringen Pflegeaufwand erfordert. Ähnlich werde inzwischen bei diversen Verkehrsinseln vorgegangen, um die Kosten zu senken. Reine Wiesenflächen wiederum würden seltener gemäht als noch in den Vorjahren, um so den Aufwand gering zu halten.
Birgit Müller kann sich mit den Erklärungen einigermaßen zufrieden geben, doch trotzdem tun ihr die Blumen leid, die nach relativ kurzer Zeit schon wieder das Rondell verlassen müssen und auf dem Kompost landen. „Warum werden die nicht für ein, zwei Euro verkauft? Die Stadt braucht doch Geld!“
Warum nicht die Blumen verkaufen?
Martin Dorn verweist zum einen darauf, dass die Blumen schon recht „heruntergeblüht“ seien. Zum anderen wäre ein Verkauf mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden: „Gestern hatte unser Trupp in drei Stunden die Beete im Rondell freigeräumt – wenn sie die Blumen zwischendurch auch noch an 50 bis 100 Leute verkaufen müssten, würde das erheblich länger dauern.“ Grundsätzlich, so Dorn, sei die Idee aber nicht schlecht.