23.05.2011

Sozial unterwegs

Sozial unterwegs

Coburg - „Ich finde es schön, dass sich viele Angebote aus dem sozialen Bereich heute präsentieren – wie ein roter Faden ziehen sie sich durch die Spitalgasse“, sagte Hildegard Mogalle. Zusammen mit Günther Dannecker betreute sie den Informationsstand der Ehrenamtsbörse der Kirchengemeinde St. Moriz. Die beiden stellten am vergangenen Samstag vor allem ihr Projekt „Neustarter“ vor. Außerdem wollten sie mit Menschen ins Gespräch kommen.

Insgesamt 28 Institutionen und Vereine – Profis und Ehrenamtliche – präsentierten an 21 Ständen in der „Spit“ ihre Hilfsangebote. Vom Roten Kreuz über die „Tafel“, vom Amt für Jugend und Familie bis zum „Weißen Ring“: Eine bessere Möglichkeit gibt es selten, sich über das gesamte Angebot auf einmal zu informieren.

Edda Kross, stellvertretende Vorsitzende der Coburger Tafel, ging auf die Bedeutung dieser Einrichtung ein. „Viele wissen nicht, dass es uns gibt“, erklärte sie. „Andere sind erschüttert, dass bereits 700 Menschen die Hilfe der Tafel in Anspruch nehmen müssen.“ Solche Information aus erster Hand bewegen manchmal sogar dazu, sich mit zu engagieren. „Nach dem letzten Informationstag haben sich spontan fünf neue Helfer bei uns gemeldet“, so Edda Kross.

Auch das ist ein Ziel der Sozialmeile: Nicht nur das Angebot zu präsentieren, sondern auch aufzuzeigen, wo man sich engagieren kann. „Viele reden darüber, dass wir in Coburg eine aufgeblähte Sozialstruktur hätten“, so Bürgermeister Norbert Tessmer, Sozialreferent der Stadt, bei der Eröffnungsansprache. Der Andrang aber machte deutlich, wie nötig ein solches soziales Netz ist.

Marco Pfeffer, der die Sozialmeile mit seiner Familie besuchte, findet, dass sich zu wenige Menschen im Ehrenamt engagieren. Er selbst ist Notfallseelsorger und bei der Freiwilligen Feuerwehr tätig. „ Jedes Ehrenamt ist anspruchsvoll, wenn man es ernst nimmt und richtig macht“, sagt Pfeffer. Dabei sollten Profis und Ehrenamtliche Hand in Hand arbeiten und sich gegenseitig wertschätzen. „Sonst funktioniert gar nichts.“

Der „Weiße Ring“, die Opferberatung der Polizei und der Verein zum Schutz misshandelter Frauen teilten sich einen Stand. „Die Menschen sollen sehen, dass es solche Angebote gibt, auch wenn sie sie vielleicht im Moment nicht brauchen oder sich nicht trauen, Informationen abzufragen“, so Hanne Alt vom „Weißen Ring“. „Falls sie dann doch einmal in eine Notlage geraten, erinnern sie sich vielleicht.“ Nach fünf Stunden Sozialmeile zeigte sich Peter Schubert, Leiter des Sozialamts Coburg, rundum zufrieden mit dem Ablauf. Er sei zuversichtlich, dass es auch in zwei Jahren wieder eine Sozialmeile geben wird. „Die könnte dann leicht doppelt so lang werden. Denn Angebote, die sich noch präsentieren wollen, hätten wir genug.“

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