27.07.2010
Im Dienste der Bürger
175 Jahre Freiwillige Feuerwehr Bad Rodach - oder noch älter? Auf alle Fälle ein Grund, das Jubiläum würdig zu begehen. Das taten die Bad Rodacher bei einem Festabend in der Stadthalle, durch den der Vereinsvorsitzende Christoph Herold führte, verbunden mit Festreden, Ehrungen und einem gelungenen Power-Point-Rückblick.
Am 23. November 1835 wurde die "Brandsicherheitsordnung der Stadt Rodach" erlassen. So wurde 1985 das 150-jährige Bestehen begangen und aus diesem Grund kann in diesem Jahr das 175. Jubiläum gefeiert werden - aber halt: Es hat sich vor kurzem überraschend herausgestellt, dass eine noch viel ältere Aufzeichnung im Stadtarchiv Bad Rodach von Helga Augustin entdeckt wurde. Sie beweist, dass es bereits im Jahr 1812 eine sogenannte Feuerlöschanstalt gegeben hat; für Historiker der fast eindeutige Beweis, dass dies das Gründungsdatum ist. Somit könnte die Bad Rodacher Feuerwehr das Novum schaffen, dieses Jahr das 175. und in zwei Jahren das 200. Jubiläum zu begehen.
Gegenüber den Gründungsjahren haben sich die Aufgaben der Feuerwehren längst gewandelt, so der Vorsitzende Christoph Herold. Zunächst seien die sogenannten Feuerlösch-Companien zur Bekämpfung von Bränden aufgestellt worden. Kerngedanken waren damals Freiwilligkeit, militärtisch straffe Ordnung und unbezahlter Dienst, eben schon Ehrenamtlichkeit. Heute bestünden die Aufgaben überwiegend in der technischen Hilfeleistung bei Unfällen, Sturm-, Unwetter- und Umweltschäden und dank der "First Responder" auch darin, die Erste Hilfe zeitnah sicherzustellen. Um schnelle Hilfe zu leisten, stünden derzeit 102 Frauen und Männer gut ausgebildet und hochmotiviert zu Einsätzen in vier Löschgruppen der Stützpunktfeuerwehr der Stadt sowie in zwei weiteren in Rudelsdorf und Roßfeld bereit. Besonders stolz sei man auf eine aktive Jugendgruppe.
Bürgermeister Gerold Strobel hob die Bedeutung des Löschwesens in Bad Rodach hervor, das neben zwei Löschgruppen aus zehn Wehren bestehe. Dort werde ein ganz lebendiges, freiwilliges und ehrenamtliches Engagement gezeigt und dies sei ein Musterbeispiel an Kameradschaft und Solidarität. Die Bad Rodacher Feuerwehr sei ein wichtiger Eckpfeiler der Sicherheit, was in 192 Einsätzen im Jahr 2009 bewiesen wurde.
Der Dienst der Feuerwehr an der Allgemeinheit ist beispielhaft, lobte Landrat Michael Busch, der die Frage stellte: "Wie wäre es in unserer Gesellschaft bestellt, wenn es die Freiwilligkeit nicht gäbe?" Immerhin wird an 365 Tagen 24 Stunden lang Bereitschaft gezeigt. "Ihr geht für Mitmenschen durchs Feuer", sagte Busch. Pfarrer Ulrich Rauh meinte, dass getreu dem Wahlspruch der Feuerwehr "Gott zur Ehr - dem nächsten zur Wehr" Feuerwehrleute auf die Hilfe Gottes angewiesen sind. Sein Rat: "Dieses Motto immer wieder auffrischen."
Mit dem Feuerwehrehrenzeichen des Freistaates Bayern in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst wurden von Landrat Michael Busch die Feuerwehrleute Matthias Oppel, Jürgen Wittal, Fred Schmidt, Kommandant Michael Geuther, Michael Fleischer und Wolfgang Rieß sowie für 40 Jahre aktiven Dienst mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold Reinhard Hofmann, Helmut Halboth und Manfred Groß ausgezeichnet, wobei in der Laudatio Kreisbrandinspektor Bruno Baumgärtner den Werdegang der Ausgezeichneten Revue passieren ließ. Zugleich wurden zahlreiche Beförderungen ausgesprochen.