30.11.2011

Schlüsselprojekt Hochschule

Schlüsselprojekt Hochschule

Coburg - Dr. Birgit Weber, seit Frühling dieses Jahres Vorsitzende des CSU-Stadtverbands Coburg, bezeichnet Bildung als Kernthema der künftigen Arbeit ihrer Partei für die Vestestadt. Dabei komme der Hochschule für angewandte Wissenschaften eine Schlüsselrolle zu. Mit ihr könnten junge Menschen nicht nur gut ausgebildet, sondern - auch mit Blick auf Fachkräfte suchende Unternehmen - an den Standort Coburg gebunden werden. Deshalb sei es Ziel der CSU, das "Band für Wissenschaft, Technik und Design" am Güterbahnhofgelände so rasch wie möglich auf den Weg zu bringen. Die Zeit dränge auch deshalb, weil im Rahmen der Technologieallianz Oberfranken (TAO) Standorte für hochschulnahe Institute gesucht werden. Um solche Einrichtungen bewerben sich neben Coburg auch Bamberg, Hof und Bayreuth. Birgit Weber: "Das Zentrum könnten wir in Coburg gut gebrauchen." Bildung ist eines der zentralen Zukunftsthemen, die das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für Coburg nennt.

Die Grundschulen hätten ebenfalls besondere Bedeutung für Coburg. Deshalb trete die CSU für deren Erhalt ein, erklärte Birgit Weber. Allerdings habe die Qualität des Unterrichts und der Nachmittagsbetreuung höhere Bedeutung als das mit aller Macht betriebene Festhalten an einem Standort. Das heißt: Könne diese Qualität an einer der heutigen Grundschulen nicht mehr gewährleistet werden, weil die dafür notwendige Klassenstärke unterschritten wird, verweigere sich die CSU einer Schließung nicht. Eine solche Maßnahme stehe derzeit allerdings nicht zur Debatte, so Hans-Herbert Hartan. "Solange die Schülerzahlen da sind, werden wir an den kleinen Grundschulen festhalten."

Vorrang in der Stadtentwicklung misst die CSU dem Tagungs- und Kongresszentrum auf dem Ketschenanger ("Coburgs neuer Süden") sowie der Nutzung der Industriebrachen Brockardt-Gelände, Milchhof und Lokschuppen bei. Kreisvorstand und Stadtratsfraktion stehen hier Gewerbeansiedlungen ebenso offen gegenüber wie sozialen Wohnungsbauprojekten. Ein Schwerpunkt könne, so Birgit Weber, auf altersgerechtes Wohnen mit entsprechender Betreuung und angepassten Einrichtungen, beispielsweise für Demenzkranke, gelegt werden. Die bayerische Staatsregierung hat Förderprogramme für die Entwicklung von Industriebrachen aufgelegt, ergänzte Hans-Herbert Hartan.

Die CSU greift die Vorgabe des ISEK auf, "Coburg als Stadt an der Itz erlebbar zu machen". Hier sollten, so Hartan, nach dem Vorbild der "Erba-Insel" in Bamberg die Bereiche Wohnen und Hochschule miteinander verknüpft werden. Dafür biete sich eine Landesgartenschau an, die nach Coburg geholt werden sollte. Grundsätzlich, so CSU-Kreisgeschäftsführer René Boldt, sei die Chance, Immobilieninvestoren für Coburg zu gewinnen, derzeit sehr groß. Aufgrund der Finanzkrise würden Geldgeber stark in Sachwerte drängen. Hier müsse Coburg aufpassen, "dass uns andere Städte Investoren nicht vor der Nase wegschnappen".

Als unverzichtbar für den Wirtschaftsstandort Coburg bezeichnet die CSU einen Verkehrslandeplatz sowie den ICE-Halt. Für diesen seien Parkplätze zwingend notwendig. Die CSU hat hierfür ein Gelände nordöstlich des Bahnhofs entlang der Stadtautobahn vorgeschlagen.

Als konstruktiv beschrieb Hans-Herbert Hartan die Beratungen in der Sparkommission des Stadtrats. Nach deren Abschluss werde die CSU eine Bilanz ziehen, "inwieweit die Sparbemühungen aus unserer Sicht erfolgreich verlaufen sind". Gingen diese nicht weit genug, werde die CSU Nachbesserungen durchsetzen. Einsparungen hätten dabei eindeutig Vorrang, "bevor wir über Einnahmensteigerungen nachdenken, beispielsweise durch eine höhere Gewerbesteuer".

Neue Presse Logo Wolfgang Braunschmidt