02.12.2011
Sanierung: 26 Millionen
Coburg - Es wird die größte Investition in Bildung, die der Landkreis Coburg je getätigt hat: Für über 26 Millionen Euro soll die Realschule Coburg II in den Jahren 2012 bis 2018 generalsaniert werden.
Um den Schulbetrieb weiterführen zu können, wird es deshalb über längere Zeit ein „Containerdorf“ für 18 Schulklassen geben. Komplett neu kommt auf das Schulgelände an der Thüringer Straße eine Zweifach-Sporthalle. Dies hat der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport in seiner gestrigen Sitzung empfohlen. Die endgültige Entscheidung über den Bau wird am Donnerstag, 15. Dezember, im Kreistag getroffen.
Über die grundsätzliche Notwendigkeit einer Generalsanierung gab es im Ausschuss keine Zweifel – zu auffällig sind die Mängel am Gebäude, das teilweise noch aus den 60-er Jahren stammt. Dennoch gab es jede Menge Diskussionsbedarf, weil dem Landkreis die Kosten für das Projekt zuletzt ganz schön davon galoppierten. War im Februar noch von 22,7 Millionen Euro die Rede, so präsentierte Architekt Christoph Gatz vor wenigen Wochen eine recht happige detaillierte Kostenberechnung mit einem Ansatz von fast 29,5 Millionen Euro. Dieser sorgte für Wirbel in der Landkreisverwaltung und sogar Überlegungen, vielleicht auf der „grünen Wiese“ eine neue Realschule zu bauen. Allerdings wurden diese aus Kostengründen (unter rund 35 Millionen Euro wäre da nichts gegangen) wieder verworfen. Darüber freute sich CO-II-Schulleiter Klaus Reisenweber gestern ganz besonders: „Unsere Schule braucht ihre zentrale Lage in der Stadt.“ Eine klare Absage erteilte Reisenweber den, unter anderem vom Bad Rodacher Bürgermeister Hendrik Dressel (FW) ins Gespräch gebrachten, Überlegungen, weitere Klassen der CO II auszulagern. „Wir können keinen Meter weiter als Weidach gehen“, sagte der Schulleiter. In der Weidacher Schule werden derzeit aus Platzmangel an der CO II die Fünftklässler unterrichtet.
Bis zur endgültigen Entscheidung im Kreistag gibt es aber noch einige Knackpunkte. Diese traten in Sitzungen der „Arbeitsgruppe CO II“, die angesichts der dramatischen Kostensteigerung ins Leben gerufen wurde, zutage. Ihr gehören Kurt Bernreuther (SPD), Rainer Mattern (CSU), Christian Gunsenheimer (Freie Wähler) und Bernd Lauterbach (Grüne) an. Sie nahmen die Kalkulation für die Generalsanierung in den vergangenen Wochen noch einmal unter die Lupe und fahndeten nach Einsparungspotenzialen. Dabei fiel auch der Vorschlag, ganz auf die Fenster in der neuen Sporthalle zu verzichten. Allerdings erklärte Andrea Aust von der Bauverwaltung des Landkreises, dass dies „unmöglich“ sei. Ein Halle müsse natürlich belüftet und belichtet werden.
Angesichts der über drei Millionen Euro, die von der „Arbeitsgruppe CO II“ eingespart wurden, verwahrte sich Landrat Michael Busch (SPD) vor dem Eindruck, in der Realschule finde nun eine „Billigsanierung“ statt. Busch betonte stattdessen: „Wir bauen eine wirklich hervorragende Schule.“
Was diese am Ende kosten wird, das steht aber auch nach dem gestrigen Tag noch in den Sternen. Martin Mittags (CSU/Landvolk) Nachfrage, in wie weit denn die Kosten fix seien, konnte Architekt Gatz nur schulterzuckend beantworten: „Die Gefahr, dass eine Punktlandung nicht zu schaffen ist, ist gegeben.“ Was aber bei sieben Jahren Planungs- und Bauzeit auch nicht verwunderlich ist.