06.09.2010
Rosen und Sandelholz
Der Ernst fehlt noch, lässt Jan-Niklas nicht locker und gibt sich bewandert in der Coburger Geschichte. Seine Mutter, Ulrike Hoffarth, präsentierte gestern auf dem nunmehr 5. Kreativmarkt in Bad Rodach erstmals die (noch) dreiteilige Serie der Coburger Luxusseife. Die Victoria duftet nach englischer Rose, die Albert nach Sandelholz und Vanille, die Elisabeth nach Lavendel.
Ulrike Hoffarth ist die einzige gewerbliche Seifensiederin in Coburg. Sie beliefert mit ihren duftenden Kreationen an Seifen und Cremes inzwischen zwölf Händler in ganz Deutschland. Mit der Luxusseifenserie, sagt sie, will sie Tradition und Geschichte des Coburger Landes präsentieren und nach außen tragen. Hochwertige Öle und Essenzen stecken drin. Erst am Samstag, verrät sie, sind die Seifen fertig geworden.
39 Hobbykünstler, Kunsthandwerker und Gewerbetreibende, von München über Bamberg und das Coburger Land bis ins Thüringische, zeigten am Sonntag in Bad Rodach ihre handwerklichen Künste und allerlei Accessoires aus Glas, Holz, Stein oder Keramik. Gaby Ebert und Dagmar Straßner, ihres Zeichens selbst kreativ und hobbykünstlerisch tätig, organisieren den Kreativmarkt.
Henry Oehrl aus Streufdorf zeigte Laubsägearbeiten, in deren Ergebnis Baumbehang, Fensterbilder, Kerzenständer, Pyramiden oder Schwibbögen entstehen. Er lud gleich zur Weihnachtshausmesse am 19. und 20. November in seine Werkstatt ein. Brandmalerei auf Holz führte Katrin Gareis von der Weitramsdorfer Drechslerei Claus Fischer vor, ein aufwendiges Kunsthandwerk, das ein ruhiges Händchen erfordert. Aus Hildburghausen kam die Floristik-Meisterin Annelore Römhild - mit floristischen Gestecken und ihren Stricknadeln. Kuschelweiche Babysöckchen strickt sie, die dreifache Omi, die voll in der Übung ist. Die Floristik ist mein Leben, sagt sie, die aber auch gern malt und zeichnet.
Den Kleinen Frauenkreis Sonnefeld vertrat Hedwig Thomaka. Marmeladen, Socken, Seifen und natürlich die begehrten Dinkelschäfchen Ferdinand hatte sie mitgebracht. Fünf bis sieben Frauen, erzählt sie, treffen sich in Sonnefeld einmal pro Woche, nähen, stricken und produzieren für das Hasselkus'sche Projekt "Freunde für Asien". Im vergangenen Jahr waren immerhin stolze 9900 Euro zusammengekommen. In diesem Jahr, hofft Hedwig Thomaka, soll die 10 000-Euro-Grenze überschritten werden. Die bevorstehenden Weihnachtsmärkte sollen zu dieser Summe noch beitragen.
Die Bad Rodacher City-Dancers bereicherten den Kreativmarkt mit einem Kreativprogramm. Gemeinsam mit den Kindern wurden Sambarasseln gebastelt, Mandala gemalt und eigene Puzzles gestaltet. Einmal mehr zeigte der Kreativmarkt die Vielfalt des künstlerischen Handwerks, das für viele ein schönes Hobby ist, aber auch ein kleines wirtschaftliches Standbein.