31.03.2011
Hilfe für Japan
Coburg - Mit einem Benefizkonzert am Sonntag, 3. April, um 11 Uhr engagiert sich das Coburger Landestheater für die Erdbeben- und Tsunami-Opfer in Japan. Wie Intendant Bodo Busse im Gespräch mit der Neuen Presse betont, sei dies ein humanitäres Statement mit den poetischen Mitteln der Kunst.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Benefizkonzert für Japan zu machen?
Ursprünglich wollte Dramaturg Georg Mellert im "Freistaat Coburg" eine Veranstaltung zugunsten einer Hilfsorganisation für die Tsunami-Opfer machen. Die Idee fanden wir richtig und so wichtig, daraus eine Veranstaltung im Großen Haus zu machen. Alle Abteilungen haben dann ein positives Signal gegeben, für das Benefizkonzert ohne Gage, also über den regulären Dienst hinaus, zu arbeiten. Und so konnten wir ein Gala-Programm planen.
Wie kam die Mischung aus Stücken des aktuellen Repertoires und der nächsten Saison zustande?
Wir wollten eine Klammer schaffen zwischen dieser und der nächsten Spielzeit. Wir können einige Neueinstudierungen bieten, aber aufgrund der geringen Probenzeit müssen wir auch auf Repertoire zurückgreifen. Wir haben Dinge ins Programm genommen, die der Thematik angemessen sind. Es soll ein feierlicher, aber auch besinnlicher Vormittag werden.
Welche Bezüge zu dem Japan-Thema gibt es in dem Konzert?
Es wird japanische Lyrik und Texte sowie ein japanisches Volkslied geben. So wird Japan durchaus eine künstlerische Farbe sein. Es wäre das Allerverfehlteste, ein Bild der Tsunami-Katastrophe einzublenden. Wir alle wissen, wie schrecklich diese Katastrophe ist. Wir wollen mit unseren eigenen Mitteln mit durchaus nicht nur ernstem Stoff für eine Besinnung sorgen.
Sie haben Japaner im Theaterensemble. Wissen die, wie es ihren Familien geht?
So viel ich weiß, gibt es bei den Kollegen keine größeren Familienkatastrophen. Aber es gibt vor allem die Angst, was jetzt mit der Verstrahlung passiert. Deshalb ist es so wichtig, daran zu erinnern, dass die Katastrophe noch nicht vorbei ist.
Welche Botschaft gibt das Landestheater mit dem Benefizkonzert ab?
Es ist ein humanitäres Statement, kein politisches. Wir wollen uns nicht mit Fragen der Nuklearpolitik beschäftigen. Es geht um ein Plädoyer für Menschlichkeit und Mitempfinden.
Welche Möglichkeit hat das Theater, sich da einzumischen?
Theater hat die Möglichkeit, eine emotionale Öffentlichkeit zu schaffen. Die Kunst ist ein gutes Mittel, um auf einer emotionalen und poetischen Ebene die Dringlichkeit menschlichen Fühlens deutlich zu machen.
Die Spenden werden der Tsunami-Hilfe des Roten Kreuzes überwiesen. Wieso haben Sie sich für diese Hilfsorganisation entschieden?
Uns war es wichtig, eine Organisation zu unterstützen, die wirklich vor Ort tätig ist. Wo man wirklich hundertprozentig weiß, da sind Menschen auch aus Deutschland da und helfen. Dem Spendenaufruf des Bundespräsidenten Christian Wulff folgen wir.