22.02.2012

Noch wird gezählt

Noch wird gezählt

Coburg - "Nein Bußgelder haben wir weder androhen oder gar verhängen müssen." Kristina Tapfer von der Erhebungsstelle für den Zensus 2011 lobt die Menschen in der Stadt und im Landkreis Coburg. Zusammen mit Sabrina Fischer und Julia Bott bearbeitet sie die etwa 2500 Fragebögen, die seit dem vergangenen April verschickt worden sind.

Die ganz überwiegende Mehrzahl der angeschriebenen Personen hat den Interviewern bereitwillig Name, Alter, Geschlecht und Religionszugehörigkeit mitgeteilt. Weiter wollten die Statistiker Angaben zum Beruf, zur Schul- und Ausbildung beantwortet haben, sowie zur Wohnsituation. Die Zahl der beteiligten Menschen lässt sich nach den Worten von Kristina Tapfer schlecht benennen, denn beim Zensus ist die wichtigste Erhebung die Haushaltsstichprobe sowie die Gebäude- und Wohnungszählung.

Einige der befragten Personen seien von den Interviewern nicht angetroffen worden, so Kristina Tapfer. "Diese waren vielleicht zur Kur, im Krankenhaus oder im Urlaub." Einige wenige seien skeptisch gewesen oder hätten die Interviewer auch schon mal etwas angefahren, aber die Regel sei dies nicht gewesen.

Besonders die Älteren, so Sabrina Fischer, hätten die 46 Fragen zusammen mit den ausgesandten Interviewern beantwortet, "während die Jüngeren und besonders Studenten den Zensus per Internet bearbeiteten. "Einer war ganz besonders sorgfältig", sagt Julia Bott, und deutet in der Erhebungsstelle auf einen Umschlag. Darin schickte der Befragte den Fragebogen per Einschreiben zurück und steckte den Briefumschlag zusätzlich in eine sorgfältig verklebte Kunststoffhülle. Den haben die drei Frauen der Erhebungsstelle als Erinnerungsstück an die Wand gepinnt.

In den vergangenen Wochen und Monaten haben sich die ausgefüllten Fragebögen in der Erhebungsstelle mitunter mannshoch gestapelt. Dann wurden die Angaben in das Computerprogramm eingegeben. Die Fragebögen mit den Angaben aus Stadt und Landkreis Coburg werden nach Fürth ins Landesamt für Statistik und transportiert.

Aktuell werden die Briefe an die Menschen verschickt, die bislang nicht erreicht werden konnten. "Da sind wir gerade in der Endphase", sagt Kristina Tapfer. Und schließlich muss noch die BKU erledigt werden, die Befragung zur Klärung von Unstimmigkeiten. In etwa zwei Wochen werden die Interviewer des Zensus 2011 nochmals auf Tour gehen. Dann aber werden ausschließlich in Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern etwaige Unstimmigkeiten zwischen den Daten der Einwohnermeldeämtern und der Wohn- und Gebäudezählung geklärt. Etwa wenn es zwischen dem Register im Einwohnermeldeamt und den Zensusangaben Widersprüche gibt.

Bei unplausiblen Angaben bei der Wohn- und Gebäude werden alle an der betreffenden Anschrift wohnenden Personen um Auskunft ersucht. Gefragt wird dann nach dem Namen, nach Anschrift, Geburtsdatum, Geschlecht, Familienstand, Wohnstatus, Staatsangehörigkeit und nach der Zahl der im Haushalt wohnenden Personen.

Kristina Tapfer, Julia Bott und Sabrina Fischer aber werden schon viel früher die Erhebungsstelle in der Innenstadt räumen: Ende April steht der Auszug im Terminkalender.

Neue Presse Logo Christoph Winter

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