29.06.2011

Neuanfang für Leuwico

Neuanfang für Leuwico

Wiesenfeld - Gute Nachricht für die Beschäftigten des insolventen Büromöbelherstellers Leuwico: Im Zuge einer übertragenen Sanierung übernimmt die Equma GmbH (Röthenbach/Pegnitz) als Investor zum 1. August die Geschäftsführung in Wiesenfeld. Bis dahin zeichnet weiterhin Insolvenzverwalter Thomas Linse (Coburg) verantwortlich.

Dessen Mitarbeiter Rechtsanwalt Klaus-Christof Ehrlicher informierte am Dienstag bei einer Belegschaftversammlung, dass die Equma GmbH in Wiesenfeld mit 105 Mitarbeitern die Produktion fortsetze. Insolvenzverwaltung und Gläubigerausschuss hätten einem Interessensausgleich für die nicht übernommenen Mitarbeiter vereinbart. Nach Informationen der Neuen Presse sind davon 28 Beschäftigte betroffen.

Laut Mitteilung des Insolvenzverwalters sollen die Verträge mit der Equma GmbH in den nächsten zwei Wochen unter Dach und Fach gebracht werden. Thomas Linse geht davon aus, dass der auf höhenverstellbare Büromöbel spezialisierte Hersteller auch weiterhin unter der Marke Leuwico operiere.

Die Geschäftsführung der Nachfolgegesellschaft übernimmt Mattias Rothe. Seinen Angaben zufolge haben Insolvenzverwalter, Betriebsrat, Landrat Michael Busch und Wirtschaftsförderer Martin Schmitz einen "wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Transaktion geleistet".

Die Equma GmbH wurde im Jahr 2002 in Röthenbach/Pegnitz als Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft gegründet. Auf ihrer Internetseite bezeichnet sie sich als Spezialist für Unternehmenstransaktionen und Restrukturierungen im Mittelstand. "Equma hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere mittelständische Unternehmen in der Region Franken übernommen und erfolgreich saniert", erklärte Insolvenzverwalter Linse. Neben einer kompletten Reorganisation des Leuwico-Geschäftsbetriebs sollen aus den bestehenden Equma-Beteiligungen "Aufträge in signifikanter Höhe" in den Wiesenfelder Betrieb integriert werden.

Leuwico-Geschäftsführer Bernd Leuthäusser hatte am 29. März beim Amtsgericht Coburg Eigenantrag auf Insolvenz gestellt. Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben schon seit einigen Jahren Ertragsprobleme. Vor allem die Auswirkungen der Finanzkrise hätten in den Jahren 2009 und 2010 im gesamten Büromöbelmarkt zu stark rückläufigen Umsätzen geführt. Leuwico sei es in der Folge trotz guter Marktchancen und deutlich verbesserter Auftragslage aber nicht gelungen, die Liquidität aus eigener Kraft zu stabilisieren. Deshalb konnten zu Beginn des Jahres vorliegende Sanierungskonzepte nicht mehr finanziert und realisiert werden. Im Mai eröffnete das Amtsgericht Coburg das Insolvenzverfahren.

Die Suche nach Investoren gestaltete sich für Thomas Linse schwieriger als erwartet. So wurden unter anderem eine professionelle Agentur eingeschaltet und 65 potenzielle Geldgeber gezielt angesprochen. Leuwico, 1923 gegründet, erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 16 Millionen Euro.

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