01.09.2011

Mysteriöser Batterie-Klau

Mysteriöser Batterie-Klau

Coburg - Die Polizei tappt noch immer im Dunkeln – und das nicht nur, weil das gelbe Blinklicht nicht mehr funktioniert. Der Diebstahl, den es aufzuklären gilt, ist einfach zu ungewöhnlich. „Wir rätseln selber, wer so etwas macht“, heißt es auf Nachfrage bei der Coburger Verkehrspolizei, „und vor allem fragen wir uns, wer so etwas braucht!“ Denn nicht nur, dass die Batterie ordentlich schwer ist (etwa 30 Kilogramm) und noch dazu mit seiner Leistung von 180 Amperestunden in einem normalen Haushalt gar nicht benötigt wird: Der Diebstahl am vergangenen Wochenende war bereits der fünfte binnen weniger Wochen.

Tatort war jeweils die Auffahrt zur Stadtautobahn in Richtung Norden (Lauterer Höhe), kommend von der Coburger Gaudlitz-Kreuzung. Diese Auffahrt verfügt über keinen Beschleunigungsstreifen; wer sich einfädeln will, muss am Stopp-Schild warten, bis sich eine Lücke im Verkehrsfluss ergibt. In der Vergangenheit kam es allerdings an dieser Stelle immer wieder zu Auffahrunfällen, weil viele Autofahrer das Stopp-Schild zu spät sahen – und dann nicht mehr reagieren konnten, wenn das vor ihnen fahrende Auto plötzlich anhält. Das Straßenbauamt installierte deshalb oben auf dem Stoppschild ein gelbes Blinklicht. Seinen Strom bekam das Blinklicht Tag und Nacht von besagter Batterie, die in einem Kunststoffkasten gelegt wurde. Dieser Kasten wiederum wurde stets mit einer dicken Eisenkette verschlossen.

Auto zum Abtransport

Der oder die Täter, die am vergangenen Wochenende am Werk waren, rissen den Kastendeckel gewaltsam auf und schleppten die Batterie davon. Aufgrund des Gewichts geht man bei der Polizei davon aus, dass in unmittelbarer Nähe ein Fahrzeug geparkt gewesen sein muss, um die Beute abzutransportieren.

Ob es sich bei den mittlerweile fünf Batterie-Diebstählen immer um einen und denselben Täter gehandelt hat, steht nicht fest – falls ja, könnte das vielleicht bei der Fahndung helfen. „Vielleicht bastelt sich da gerade jemand eine Stromversorgung für seine Gartenlaube“, lautet eine spontane Vermutung von Thomas Knoll, der in der Pressestelle von Bosch in Stuttgart als Batterie-Experte gilt. Zum Vergleich: Eine herkömmliche Autobatterie kommt mit etwa 70 Amperestunden aus. Batterien mit der Leistung von 180 Amperestunden kommen hingegen vor allem in Baumaschinen und Lastwagen, vielleicht auch noch in Wohnmobilen vor. Allerdings jeweils nur eine!

Während die Ermittlungen also spannend bleiben dürften, wird es für das Stoppschild an der Stadtautobahn zumindest mittelfristig eine andere Lösung geben. Nach Auskunft der Verkehrspolizei ist nämlich angedacht, für das Blinklicht eine dauerhafte, unterirdische Stromversorgung zu installieren – ganz ohne Batterie.

Komplett von Diebstählen verschont wurde bislang übrigens die Batterie am zweiten Stoppschild, das es auf der linken Seite der besagten Auffahrt gibt. Um diese zu erreichen beziehungsweise zu entwenden müssten die Täter aber auch erst über die Fahrbahn laufen.

Coburger Tageblatt Logo Oliver Schmidt

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