19.05.2011
Modell für ganz Bayern
Neustadt - Der Landkreis baut eine Mensa, die gemeinsam von der Realschule und dem Arnold-Gymnasium genutzt werden soll. Was das Projekt zu etwas Besonderem macht wurde gestern bei einem Pressetermin im Arnold-Gymnasium beschworen – und sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Alle Betroffenen sind von Anfang an beteiligt.
Zu oft sei in der Vergangenheit bei erkanntem Bedarf einfach gebaut und dann „an den Nutzer übergeben“ worden, so Angelika Reiter-Nüssle von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung in Bayern, die zum Landwirtschaftsministerium gehört. Sie ist von den Plänen in Neustadt begeistert und erhofft sich Vorbildcharakter für andere Schulen im Freistaat, die ebenfalls für Mittagsverpflegung sorgen müssen, seit das achtstufige Gymnasium immer mehr Unterricht am Nachmittag erforderlich macht und Schulen generell vermehrt Ganztagszüge anbieten.
Frühe Beteiligung
Das Ministerium blickt interessiert auf Neustadt, weil Landrat Michael Busch (SPD) beim Mensa-Projekt ein „Rundum-glücklich-Paket“ verspricht. Damit am Ende ein Bauwerk steht, in dem sich die fast 2000 Realschüler und Gymnasiasten ebenso wie die Lehrer der beiden Schulen wohlfühlen, werden sie, die Nutzer, schon in der Vorplanung eingebunden.
Damit die so gesammelten Wünsche, Vorstellungen und Ideen gleich fachkundig aufgenommen und in die Planung eingearbeitet werden können, holte sich der Landrat Hilfe beim Fachbereich Innenarchitektur der Hochschule Coburg. Rudolf Schricker, Professor für Innenarchitektur, setzt auf „Humane Architektur: Bauen für Menschen“. Er wird mit einer Auswahl von Studenten zwischen dem zweiten und zehnten Semester die Wünsche der späteren Mensa-Besucher ergründen und zusammen mit dem Architekten, der das Projekt umsetzt möglichst weitgehend Wirklichkeit werden lassen, wie er gestern versicherte. Funktionalität, Kosten und Ordnung seien wichtige Aspekte bei der Planung eines solchen Vorhabens. Doch, so Schricker, „es fehlt noch etwas.“
Dieses „Etwas“, das verantwortlich sein soll, wenn sich „die Schüler beim Aufstehen schon auf den Besuch in der Mensa freuen“, soll ein Unterschied zu üblichen Bauvorhaben ausmachen.
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal könnte der Betrieb der Küche sein. Vor die Wahl gestellt, Essen nur auszugeben, das von anderer Stelle geliefert wird oder selbst zu kochen, entschied man sich für die frische Zubereitung vor Ort.
„So werden Arbeitsplätze geschaffen für junge Menschen, die sonst nicht so leicht in den Ausbildungsmarkt integriert werden können“, so Michael Busch. Dazu wird mit der Jugendwerkstatt in Niederfüllbach zusammengearbeitet. Von dort könnten die angehenden Köche kommen, die dann Frisches aus der Region für die Schüler zubereiten. Denn auch die Regionalität der in der Küche verwendeten Produkte liegt dem Landrat am Herzen.
Geld ist eingeplant
Der Landkreis hat 2,35 Millionen Euro im Haushalt eingeplant. Noch in diesem Schuljahr soll mit den Arbeiten begonnen werden. Während der Sommerferien ist geplant, die Aula abzureißen, damit an ihrer Stelle die neue Mensa mit zweieinhalb Stockwerken entstehen kann. Im kommenden Jahr könnte die Einweihung gefeiert werden, wenn alles nach Plan umgesetzt werden kann.