30.10.2011
Marathon als Lernziel
Coburg - Der Sonntag in zwei Wochen ist für das P-Seminar des Ernestinums schon jetzt genau geplant und festgelegt: Gegen 5 Uhr in der Früh werden sich die Schüler aus den Betten quälen, nach einer unruhigen Nacht. Das Hotel werden die 17- und 18-Jährigen um Lehrer Stefan Kestel sowie Max Beyersdorf und Thomas Engel um 6 Uhr verlassen. Drei Stunden später wird die Gruppe im griechischen Marathon mit etwa 10 000 anderen Läufern auf der klassischen Marathonstrecke über die Distanz von 42 195 Metern starten.
Seit einem Jahr haben sich die jungen Männer gewissenhaft und planmäßig auf diesen Lauf vorbereitet. Zuletzt standen 80 Laufkilometer in der Woche auf dem Trainingsplan, noch gestern wurden 33 Kilometer unter die Laufschuhe genommen. Bis zum großen Tag am Sonntag, 13. November, wird der Trainingsumfang nun erheblich reduziert.
Damit das Projekt Marathon verwirklicht werden kann, hat der Gemeindienst des Rotary Clubs Coburg mit 5000 Euro den außergewöhnlichen Schulausflug nach Hellas unterstützt. "Der Rotary Club Gemeindienst ist vom ganzheitlichen Ansatz des Projekts überzeugt", sagte dessen Vorsitzender Thomas Engel am Freitagvormittag. Engel und Rotary-Mitglied Max Beyersdorf werden sich auf das Abenteuer "Marathonlauf" ebenfalls einlassen. Während Beyersdorf schon über läuferische Erfahrungen auch über die Langdistanz verfügt, ist es für den Kletterer und Alpinsportler Engel eine gänzlich neue Herausforderung.
Auch Adidas unterstützte das Marathon Team des Ernestinums, und Prof. Dr. med. Johannes Brachmann, Chefarzt am Klinikum Coburg, wird die Gruppe einer umfassenden Leistungsdiagnostik unterziehen. Dabei werden Lungen- und Atemvolumen untersucht, mit einem Belastungs-EKG das Herz geprüft und über Puls- und Laktatwerte die ideale Belastung jedes einzelnen Läufers ermittelt.
Nicht zu schnell beginnen
"Auf den ersten Kilometern ja nicht das Tempo überziehen", hat Oberstudienrat Kestel den Schülern nahegelegt. Weitere Ratschläge aus mehreren Marathonläufen für den Wettkampf hat der Lehrer ebenfalls parat: Die Laufschuhe müssen eingelaufen sein, aber nicht abgelaufen; geschnittene Fußnägel und mit Pflaster abgeklebte Brustwarzen gegen Wundscheuern gehören dazu, aber auch ausreichendes Trinken und Essen vor und während des Laufes.
Wenige Tage vor dem Flug in die griechische Hauptstadt stellt sich bei den Ernestinern Aufgeregtheit ein. Deshalb rät Kestel seinen Schülern, die 42 Kilometern zusammen in kleinen Gruppen zu laufen. "Dann kann man sich gegenseitig motivieren." Auch soll in Kurven auf der kürzesten Ideallinie gelaufen werden, "weil das bei dieser Distanz einige Kilometer ausmacht". Bei Krämpfen helfe mitunter normales Gehtempo, das die Muskeln wieder lockert, oder Massagen. Nach der Ziellinie müssen noch einige Schritte gegangen, trockene Kleidung angezogen und die Muskeln gedehnt werden. Für alle Zwischenfälle gilt das Motto der Gruppe: "Alles ist gut, so wie es ist."