10.12.2011
Langer Atem ...
Neustadt - Sowohl bei einer Bürgerversammlung als auch beim NP-Talk Anfang November wurden Beschwerden wegen der zahlreichen Baustellen auf den Durchgangsstraßen in Neustadt laut. "Dauert zu lange und zu wenig Leute auf der Baustelle", "zu viele Baustellen auf einmal" und "unnötige Verkehrsbehinderungen" wurden genannt. Peter Fröber, Leiter des städtischen Bauamts, räumt ein: "Heuer war es wirklich etwas viel auf einmal, aber es war nicht anders zu bewerkstelligen oder lag nicht im Zuständigkeitsbereich der Stadt."
Damit meint Fröber etwa die Baustelle in der Austraße, die als Kreisstraße CO 11 eine Baumaßnahme des Landkreises ist, weswegen er sich nicht weiter dazu äußern will. Nur so viel: "Die Sanierung dort hat sich bis Ende November hingezogen, da man mehr machen musste als geplant. Der Unterbau war nicht mehr in Ordnung." Was die Kanalarbeiten in der Sonneberger Straße bis Mitte November angeht, war wegen eines Bescheids aus dem Landratsamt kein Aufschub möglich: Noch 2011 sollten die Regenüberläufe dort dem aktuellen Stand der Technik entsprechend umgebaut werden.
Auch was die derzeit größte Baumaßnahme in Neustadt betrifft, den Hochwasserschutz an der innerstädtischen Röden in der Lindenstraße, gab es keinerlei Spielräume: "Hier standen Gelder vom Bezirk Oberfranken und vom Freistaat Bayern bereit, da wartet man nicht. Zudem hatten wir ja bereits 2010 begonnen", erklärt Fröber. Die Kosten dort liegen bei etwa 3,3 Millionen Euro. Sicher sei er, so Fröber, dass dort im Spätsommer 2012, sobald alles fertig und die Beleuchtung eingerichtet ist, "ein Schmuckstück entstanden sein wird, auf das jeder Neustadter stolz sein kann."
Zu den Vorwürfen, dort sei es zu langsam vorangegangen äußert sich Fröbers Mitarbeiter Peter Werner: "Teilweise waren dort über 15 Leute am Arbeiten. Wir sind, was den Fortschritt angeht, im Soll." Je nachdem ,wie es die Witterung zuließe, würde dort noch bis 22. Dezember gearbeitet, so Werner, und im Frühjahr wieder begonnen.
Bei der Errichtung des Wohn- und Geschäftshauses in der Ernststraße handelt es sich um eine private Baumaßnahme. Man freue sich über jeden Investor, so Fröber, insbesondere weil dieses Gebäude eine miserable Bausubstanz aufwies und leer stand. Die Umgestaltung der Ludwig-Jahn-Straße zum verkehrsberuhigten Bereich wurde - wie geplant - in der Ferienzeit bewerkstelligt, fährt der Bauamtsleiter fort, weswegen es kaum Behinderungen gegeben habe.
Abgesehen von Linden- und Ernststraße werden die Autofahrer in der Kernstadt im kommenden Jahr wohl von größeren Behinderungen verschont bleiben. Mehrwöchige Unterhaltungsarbeiten wird es nur in Nebenstraßen geben, beispielsweise am Floßgraben und im Freytagweg. Ansonsten ist in der Coburger Straße eine Deckenerneuerung nötig, die allerdings in wenigen Tagen erledigt sein dürfte, meint Bauamtsmitarbeiter Peter Werner.
Rücksicht auf Anlieger
Nur in Ebersdorf (drei Monate für die Sanierung der Ortsdurchfahrt), in Brüx (Kanalanschlussarbeiten wie zuletzt in Höhn) und in Aicha (ebenso, aber hier gibt es noch keinen Zuwendungsbeschluss vom Wasserwirtschaftsamt Kronach) haben Anwohner mit größeren Einschränkungen zu rechnen. "Wir werden dabei aber auf Anliegen der Grundstückseigentümer Rücksicht nehmen und sie zu gegebener Zeit ansprechen", kündigt Peter Fröber an.