25.05.2011
Köfte statt Brezel
Neustadt - Kirmes war angesagt auf dem Schützenplatz. Doch statt Bier, Brezel und Blasmusik luden Köfte, Cay und Börek ein. Das war es denn auch schon mit den Unterschieden, denn auch im Sprachgebrauch differenzieren die Veranstaltungen nur durch einen Buchstaben - einem kleinen "e". Kermes, wie man denn in der Türkei sagt, war also ein Familienfest, an dem Essen und Trinken, aber auch gute Gespräche im Vordergrund standen.
"Wir wollen uns öffnen und den Ruf einer "Hinterhof-Gemeinde" abbauen", erläutert der Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Ditib-Gemeinde, Ridvan Kus, den Sinn dieser erstmalig durchgeführten Kirmes, pardon Kermes. "So wollen wir einen Beitrag leisten für die Mehr-Kulturen-Gesellschaft hier in Neustadt", ergänzt Kus. Doch dabei soll es nicht bleiben, denn im Umkehrschluss erwarten die türkischen Einwohner nicht nur, dass man zu ihnen kommt: "Wir werden uns auch bei anderen Festlichkeiten und Veranstaltungen sehen lassen", freut sich Kus schon auf viele weitere Begegnungen. Kus dankte der Stadt, die den Schützenplatz zur Verfügung gestellt hat, denn ursprünglich wollte man rund um das türkische Gemeindehaus in der Wallstraße feiern. Der Sinn, dass sich Familien treffen und gemeinsam feiern, quer durch alle Kulturen - und davon gibt es rund 50 in der Großen Kreisstadt, wurde eindrucksvoll erreicht.
Denn mehrere hundert Gäste tummelten sich um das Familienzentrum, unter ihnen auch das Stadtoberhaupt, Oberbürgermeister Frank Rebhan, der sich die leckeren Speisen munden ließ. Für die zeichnete die Frauengruppe verantwortlich, die bei einem "Show-Cooking" zeigte, wie köstliche Fladen frisch zubereitet werden und die weitere Leckereien feilbot.
Eine Tombola, Hüpfburg und Tanzvorführungen türkischer Kinder waren weitere Höhepunkte einer gelungenen Kermes. Spiel, Spaß und Vergnügen und gegenseitiges Verstehen standen im Fokus. Alkohol wurde ebenso wenig vermisst, wie Disco-Musik und grelle Fahrgeschäfte. "Aber wir verschließen uns beileibe nicht, die Kermes auszubauen. Und wenn also im kommenden Jahr eine Bratwurstbude dabei sein will, dann ist sie herzlich willkommen", blickt Kus schon nach vorne.
Also wird es auch im nächsten Jahr wieder lauten: Kermese kavet - kommt zur Kirmes.