17.12.2010

Klassik-Pop mit Spaß

Klassik-Pop mit Spaß

Weitramsdorf - Wie notiert man seine eigenen Melodien, wenn man noch zu klein ist zum Schreiben und Lesen? Wie hält man zarte Liedchen fest, die einem schon nach den ersten Klavierstunden zufliegen? Vielleicht als kleine Vögel, die auf den Notenlinien sitzen, die ihre Runden - je nach Tonhöhe - weiter oben oder unten drehen. So hat es vor 23 Jahren die Musiklehrerin von Delia Schneider gelöst, als die damals Fünfjährige im Unterricht begann, sich lieber selbst Stücke auszudenken, als nur vom Blatt zu spielen.

Heute ist die 28-Jährige mit ihrer Familie in Weidach im Landkreis Coburg zu Hause und komponiert immer noch - inzwischen professionell. Nach zwei reinen Klavier-CDs hat die junge Künstlerin vergangene Woche Verträge mit dem Label "Songhouse International" und mit einer Managementagentur aus Hamburg abgeschlossen. Im Frühjahr soll die erste gemeinsame CD erscheinen, eine Mischung aus Klassik- und Rockmusik. Die Vorbilder von Delia Schneider sind die Geiger David Garrett und Vanessa Mae, die die Klassikszene mit ihren Versionen von Bach-, Beethoven-, Mahler- oder Tschaikowsky-Werken aufgemischt haben.

Während Garrett und Mae meist bekannte Sonaten oder Rocksongs neu interpretieren und mischen, schreibt Delia Schneider ihre Songs selbst. "Das geht fast von allein", erklärt sie. "Manchmal habe ich den ganzen Tag lang eine Melodie im Kopf. Wenn ich dann in der richtigen Stimmung bin und mich an den Flügel setze, habe ich innerhalb von fünf Minuten ein neues Lied fertig." Das werde nach und nach zwar noch verbessert oder erweitert, aber das Gerüst stehe bereits nach so kurzer Zeit. Probleme, die Notenfolge im Kopf zu behalten, kennt Delia Schneider nicht. "Sobald ich meine Ideen einmal am Klavier gespielt habe, kann ich sie jederzeit abrufen." Erst später nimmt sie Stücke auf und überträgt sie auf Notenpapier. Aktuell hat sie 30 eigene Kompositionen im Kopf, mit denen sie spontan ein eineinhalbstündiges Konzert bestreiten könnte. Für die neue CD sind zehn Songs vorgesehen, romantische Balladen ebenso wie coole Rocknummern oder die fetzige Variation eines Walzers. Bei allen Liedern wird Delia Schneider von einer Band begleitet, mit Schlagzeug und E-Gitarren, die Hauptstimme aber bildet das Klavier.

Gute Unterhaltung

Die meiste Arbeit für die CD kommt nach Weihnachten auf die junge Musikerin zu. Dann, so hat das Plattenlabel angekündigt, werden Vorschläge für die Arrangements geliefert. Die wird Delia Schneider Spur für Spur kritisch anhören, an manchen Stellen wohl umarbeiten, neu anfordern - so lange, bis alles stimmig ist: "Schließlich sind es meine Lieder!" Erst wenn sie mit der Begleitung zufrieden ist, wird Schneider die Songs um ihre eigene, die Klavierstimme, ergänzen.

Bei den Verhandlungen mit Plattenlabel und Management kommt der Weidacherin ihr Wissen aus dem Studium der Musikproduktion zugute. Einen Vertrag um jeden Preis hätte sie nicht schließen wollen, sagt Delia Schneider. Es gehe ihr nicht darum, mit einem bestimmten Image berühmt zu werden, sondern darum, den Menschen ihre Musik anbieten zu können. "Es soll einfach Spaß machen, meine Lieder zu hören", erklärt Delia Schneider. "Bei Feiern, beim Autofahren, zum Entspannen zu Hause. Es geht um gute Unterhaltung; um Musik, an der die Menschen Freude haben."

Wer Delia Schneider live hören möchte, der kann sich auf ein Konzert im Coburger Kunstverein freuen. Dort wird die Weidacherin im Frühjahr ihre CD vorstellen.

Neue Presse Logo Silke Spitzenpfeil

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