12.08.2010
Kinder als Hochstapler
„Wollt Ihr das auch mal ausprobieren?“, fragt Weltmeistermutter Annette Kettler. Die Begeisterung der Kinder ist kaum zu bremsen. Die zukünftigen Becherstapler werden von ihren Betreuern in drei Gruppen aufgeteilt, damit auch keines der Kinder zu kurz kommt: Auf dem Beachvolleyballgelände Auengrund in Grub am Forst findet die Ferien- Spaß-Zirkus-Woche statt.
„Heute haben wir erstmal Überraschungsgäste für die Kinder“, freut sich Betreuerin Danica Faber. Der Besuch von Jonathan, Samuel, Aaron und Annette Kettler sowie Timo Reuhl steht auf dem Plan. Bekannt geworden sind sie mit der Sportart „Sport-Stacking“ (Becherstapeln). Jonathan und Samuel wurden unter anderem dieses Jahr Weltmeister in der Doppelkonkurrenz des Sport Stacking in den USA. Heute wollen Familie Kettler und Timo Reuhl, der ebenfalls erfolgreich an der WM in den USA teilgenommen hat, den Kindern der Ferien-Spaß-Zirkus-Woche das „Becherstapeln“ beibringen.
Die Kinder sollen lernen, zuerst neun und dann zwölf Becher zu Pyramiden zu stapeln und anschließend wieder abzubauen. „Dominik Oesterreicher hat uns gefragt, ob wir für die Kinder einen Sport-Stacking-Workshop organisieren können“, erzählt Annette Kettler, „da haben wir natürlich zugesagt.“ Ziel der Familie Kettler ist es, den Geschicklichkeitssport in Bayern vorzustellen und bekannt zu machen.
Die Ferien-Spaß-Woche in Grub am Forst ist bereits der dritte Workshop, den die Familie Kettler abhält. Zuerst zeigen Jonathan, Samuel, Timo, Aaron und Annette den Kindern, wie schnell Sport-Stacking tatsächlich funktioniert. Innerhalb von wenigen Sekunden werden die Becher in einer bestimmten Formation auf- und wieder abgebaut. Damit haben die fünf Sport-Stacker sofort die Aufmerksamkeit der Kinder auf Ihrer Seite.
Während zwei Gruppen mit Diabolos und Jongliertüchern beschäftigt werden, zeigen die Profis der ersten Gruppe ganz langsam und mit viel Geduld das richtige Stapeln und Abbauen der bunten Becher. Anfangs noch recht schüchtern, tauen die Weltmeister von morgen schnell auf und setzen die Anweisungen erstaunlich schnell um. Nach den ersten Übungseinheiten wird bereits die Stoppuhr eingeschaltet, denn jedes der Kinder will so schnell wie möglich sein. „Bei mir klappt es schon ganz gut“, erzählt Theresa (sechs Jahre), „am besten kann ich das Abbauen der Becher!“ Auch Betreuerin Danica wagt einen Sport-Stacking-Versuch, doch Henriette (6) stellt fest: „Ich kann das schon besser als Danica!“
Einige der Kinder sind sogar schon richtig schnell beim Becherstapeln und -abbauen. „ Mir macht das richtig viel Spaß“, erklärt Sarah (8), „und ich hab‘ jetzt nur elf Sekunden gebraucht.“
Dann ist auch schon die nächste Gruppe dran. Auch hier klappt das Stapeln der Becher schnell und problemlos. „Ich mach‘ das zum ersten Mal und 15 Sekunden ist meine beste Zeit“, erzählt Lea (8).Weil die Kinder der Ferien-Spaß-Zirkus-Woche so schnell fit im Sport-Stacking sind, starten die Profis einen Staffellauf. In zwei Gruppen treten die jungen Sportler mit Stoppuhr gegeneinander an. Die Betreuer sind überrascht, wie flink und geschickt ihre Schützlinge Becher auf- und wieder abbauen, den nächsten Stapler abklatschen und ihre Teamkollegen anfeuern.
Der Spaß, den Kinder, Betreuer und Profis am Workshop Sport-Stacking haben, ist offensichtlich.
Organisiert wird die Ferien-Spaß- Zirkus-Woche von der Evangelischen Jugend Ebersdorf, der Jugendpflege Grub/Niederfüllbach und der Jugendpflege Ebersdorf. 27 Kinder von sechs bis zwölf Jahren werden von Danica Faber, Heike Redl und Dominik Oesterreicher mit Unterstützung von Praktikanten und Ehrenamtlichen betreut. Täglich von 7.30 bis 16.30 Uhr wird den Kindern ein abwechslungsreiches akrobatisches Programm zum Wochenthema „Zirkus“ geboten. Fünf Tage lang lernen sie in verschiedenen Workshops Clownerei, Akrobatik, Tanz, Seiltanz, Schattentheater und Luftballon- Tiere bauen. Am vierten Tag heißt es dann „Manege frei!“ für die Kinder der Ferien-Spaß-Zirkus-Woche. Nach gemeinsamem Grillen führen sie ihren Eltern ihr Können in den verschiedenen Disziplinen vor.
Die Eltern der jungen Zirkuskünstler können sich auf einen unterhaltsamen Zirkusabend in der „Manege“ des Beachvolleyballgeländes in Grub am Forst freuen, bei dem sicherlich einige Kinder bunte Becher stapeln werden – so schnell wie noch nie.