13.09.2011
Innen hui, außen pfui?
Coburg - Regina Herzog ist sauer: Das Motto der Stadt laute doch „Sauber ist cool – Dreck nervt.“ Sie fragt: „Gilt das nur für die Innenstadt? Dort wird auf jedes Kaugummipapier geachtet, und hier wird nicht mal auf Hinweis was gemacht.“
Die Rede ist von dem Fußgängerweg hinter der Agip-Tankstelle in der Nähe des alten Lokschuppens. „Wenn man auf dem Fahrradweg unterwegs ist, sieht man nichts, gerade weil im Sommer alles mit Wiese bedeckt ist, aber man braucht nur mal genauer hinzuschauen.“
Mit ihrem Hund läuft Regina Herzog gern durch die Böschung zum Flusslauf der Lauter. In der Böschung häuft sich mittlerweile der Müll. Deospraydosen, kaputte Flaschen, Plastik, Decken und sogar Schuhe. „Hier, wo fast keiner hinkommt, kann der Müll wohl liegen bleiben? Hier sind so viele Scherben, kaum auszudenken, wenn hier der Hund drüberläuft.“
Eine Beschwerde an die Stadt hat sie bereits vor einem Vierteljahr verfasst. Eine Reaktion kam bis heute jedoch nicht. Einen Vorgang im Ordnungsamt bezüglich dieser Beschwerde gibt es auch nicht. „Normalerweise werden alle Schreiben beantwortet“, versichert Amtsleiter Gerhard Berwind.
Der Hauptabteilungsleiter des Coburger Entsorgungs- und Baubetriebs (CEB), Günter Schlenzig, verweist auf den Gebührenhaushalt. „Wir sind für Wege und Plätze zuständig, aber wir müssen immer sehen, dass wir Gebühr und Leistung im Gleichgewicht halten und mit unserem Budget das erledigen, was am wichtigsten ist.“
Im Gegenzug wendet er ein, dass ihm ein Vorarbeiter dieses Reinigungsbezirks bestätigt hat, dass die Situation dort brenzlig sei. „Die Beschwerde ist berechtigt. Wir tun, was wir können. Drei Mal die Woche ist der CEB dort zugegen zum Reinigen. Es ist alles eine Frage des Personals. Wir wissen von diesen Problemgebieten und versuchen, uns darum zu kümmern. Aber wir müssen eben auch den Rest der Stadt sauber halten.“
Es gibt Hinweise, dass auf der Wiese und in den Böschungen hinter der Agip-Tankstelle öfter Trinkgelage von Jugendlichen stattfinden. „Was bringt es, wenn wir in der Früh reinigen, und am Mittag werden dort wieder Flaschen hinterlassen und zerschlagen.“ Günter Schlenzig sieht eine Lösung: Die Polizei werde benachrichtigt und künftig regelmäßig am besagten Platz nach dem Rechten sehen.