21.01.2012
Neue Töne in Neustadt
Neustadt/C. - So randvoll ist das Neustadter Rathaus am Freitagabend beim diesjährigen Neujahrsempfang gewesen, dass einige schon auf ungewöhnliche Methoden zurückgreifen mussten, um in der Menschenmenge ihre Kollegen zu finden: Handys wurden gezückt, um sich von einer Seite des Raums auf die andere zu verabreden. Der eine wartete geduldig am Flügel, bis der andere sich den Weg durch die Massen gebahnt hatte - was durchaus einige Minuten in Anspruch nehmen konnte.
Gänzlich neue Situation
Oberbürgermeister Frank Rebhan freute sich über die zahlreich erschienenen Gäste. In seiner Rede betonte er, dass Neustadt sich in einer gänzlich neuen Situation befinde - einer Situation, deren Chancen es zu nutzen gelte.
Die Arbeitslosigkeit - über viele Jahre eines der drängendsten Probleme vor Ort - liege so niedrig wie selten. Auch seien die überwiegende Zahl der ansässigen Unternehmen und damit auch die Stadt Neustadt im Vergleich sehr respektabel durch die Finanzkrise gekommen, freute sich Rebhan. "Und so sind wir dank gemeinsamer, solider Haushaltspolitik auch in diesem Jahr aus eigener Kraft handlungsfähig." Zudem verfüge die Puppenstadt jetzt über einen eigenen Autobahnanschluss.
Dennoch stehe man vor enormen Herausforderungen, mahnte der Bürgermeister trotz aller Euphorie. Der Fachkräftemangel habe die Region inzwischen erreicht und die demografische Entwicklung sei nicht "wegzudiskutieren". Dadurch gebe es immer weniger Schüler, Klassen und so auch weniger Bedarf an Räumen - jedoch vor dem Hintergrund, dass zunächst die benötigten Ganztagsschulangebote steigen. "Wir stehen vor einem demografischen Strukturwandel", so Rebhan, "der sich einerseits statistisch errechnen und belegen lässt, uns aber andererseits vor Managementaufgaben stellt, die wir so noch nicht bewältigen mussten." Neustadt investiere deswegen personelle Ressourcen in dieses zentrale Thema.
Erfolgsmodell
Ferner prangerte der Bürgermeister minderbezahlte Beschäftigungsverhältnisse an: "Wir reden hier nicht von Luxus. Wir reden hier darüber, dass es zur Würde des Menschen gehört, dass er von seiner Arbeit auch leben kann." Deutschland sei in den letzten 50 Jahren deswegen so erfolgreich gewesen, weil Erfolg und wachsender Wohlstand immer möglichst allen zugute habe kommen sollen. Rebhan freue sich diesbezüglich über die positive Bewegung innerhalb der deutschen Politik, denn die soziale Marktwirtschaft stehe für das Erfolgsmodell der Zukunft.