02.02.2012

Auf die Plätze, fertig, los!

Auf die Plätze, fertig, los!

Coburg - Die Frisbee-Scheiben waren der Renner, gefolgt von den gelben Luftballons. Nachdem dies und das über das Projekt „Welche Farbe hat dein Spaß?“ erzählt worden war, durften die fünf Sportkoffer – tatsächlich sind es Holzkisten – geöffnet werden. Sogleich kam Bewegung in das Foyer der Heimatringschule. Die Schüler der Ganztagsklassen 1 bis 3 sowie der 1b und 2b nahmen raus, was ihnen zuerst auffiel und fingen an zu spielen. „Mir gefällt die Frisbee-Scheibe am besten und dass eine Spielanleitung mit in der Kiste liegt“, sagte Marcel-Inrico Trommer und war schon wieder weg. Gülay Kaya hatte sich erstes einen Luftballon geschnappt. „Das macht Spaß.“

Die Organisatoren vom Coburger Beirat für Gesundheit waren zufrieden. Genau so haben sie sich das vorgestellt. Astrid Hess von der Aktion „Coburger Kinder in Bewegung“ erläuterte das Konzept: „Die Bewegung soll Teil des Unterrichts werden.“ Doch das ist noch nicht alles. Weil auch Sportvereine sich an dem Projekt beteiligen, gibt es die Möglichkeit, dass Vereinsmitglieder in die Schulen kommen oder die Schüler eingeladen werden. Und die Eltern sollen motiviert werden, mitzumachen und sich auch mehr zu bewegen.

Doch bis es so weit ist, wird in der Schule gespielt. Schulleiterin Adele Beßler sieht darin eine große Chance. „Wenn die Kinder angestrengt über eine längere Zeit gearbeitet haben, ist es gut, mal eine Bewegungspause einzulegen. Dann geht es gleich besser weiter.“ Davon ist auch Hochschulpräsident Michael Pötzl überzeugt. „Bewegung macht glücklich. So kann Schule Spaß machen“, findet er. Die theoretische Grundlage für das Projekt hat Nadine Recknagel vom Studiengang Integrative Gesundheitsförderung an der Hochschule Coburg erarbeitet. Die Hochschule wiederum ist eine Kooperation mit der Heimatringschule eingegangen, wo nun der Startschuss für die Aktion fiel. Beteiligen können sich aber auch andere Schulen. Die einzelnen Gruppen treten in einen Wettbewerb miteinander. Der läuft bis Ende Juni.

„Für jede sportliche Aktion werden auf ein Plakat Punkte aufgeklebt, besondere Aktivitäten auf einer Karteikarte beschrieben oder bildlich dargestellt. Die Karten werden an einer Wäscheleine im Klassenzimmer festgeklammert“, erklärt Astrid Hess. Wäscheleine, Klammern, Karten, Plakat und farbige Punkte zum Aufkleben liegen in den Holzkisten. Und außerdem? „Ein Koordinationsball, der so geformt ist, dass er immer woandershin hüpft, ein Igelball zum Auflockern der Muskulatur, zwei Frisbee-Scheiben, Luftballons und eine Spielanleitung. Doch all das sind nur Anregungen. Mit etwas Fantasie fällt den Gruppen, den Lehrern und Erziehern sicher noch viel mehr ein. Nach fünf Monaten bewegter Schule wertet eine Jury aus, was in den Gruppen passiert ist.Die Besten werden belohnt. Für Juli ist der Abschluss im Rahmen des Grundschulsportfests geplant. Bis dahin hofft auch Zweiter Bürgermeister Norbert Tessmer (SPD), dass „in der Region etwas bewegt wird“.

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