29.08.2011

Im Klößparadies

Im Klößparadies

Coburg - Stell Dir vor, Du fährst mit dem Wohnmobil 450 Kilometer weit bis nach Coburg, nur um einen Kloß zu essen – und landest dann mitten auf dem Klößmarkt. Also sozusagen dem Klößparadies auf Erden. So geschehen ist es am Samstag einem Ehepaar aus Mönchengladbach. „Die hatten sogar mehrere Behältnisse dabei, um Klöße mitzunehmen“, erinnert sich Wilfried Krug an diese Begegnung am Anger. Er und seine Frau Rosmarie hatten allerdings auch nicht gerade eine kurze Anreise aus Pfullendorf am Bodensee hinter sich. „Und meine Gefriertruhe zu Hause ist fast leer – eigentlich könnten wir auch ein paar Klöße mitnehmen“, sagte Rosmarie Krug augenzwinkernd, „die Coburger Klöße schmecken doch so gut!“ Ebenso wie ihre Freunde Gerti Metasch und Peter Wrackmeyer, die sie am Wochenende in der Vestestadt besuchten, bevorzugen sie dabei aber die ganz klassische Variante – mit Braten, mit Pfifferlingen oder auch einfach nur mit leckerer Soß’, damit danach noch eine weitere Coburger Spezialität wie die Bratwurst in den Magen passt …

Bei der Auswahl des Gastronomen, bei dem er sich sein Essen holte, achtete Peter Wrackmeyer auf Details: „Ich bin nach der Farbe der Klöße gegangen. Sie sollten hell sein – und natürlich schön weich. So, dass er läuft – aber nicht vom Teller!“ Neuartige Kreationen wie Klöß-Cordon-Bleu oder gar Kloß-Pizza konnte weder ihn noch seine Tischnachbarn locken.

Aber: Es gab sehr wohl sehr viele Besucher, die diese ungewöhnlichen Rezepturen einmal ausprobieren wollten und auch durchaus für essbar befanden. „Die Pizza wurde sehr gut angenommen“, bestätigte Koch Daniel Himmel vom Restaurant Kräutergarten. Aufgrund des nicht geringen Aufwands wurde die Pizza allerdings nur am Freitagabend angeboten – an den beiden anderen Tagen konzentrierte sich das Team um Daniel Himmel auf Spießbraten und Rouladen. „Aber vielleicht machen wir ja nächstes Jahr wieder Kloß-Pizza!“

Und dass es nächstes Jahr wieder einen Klößmarkt geben wird, dürfte angesichts der enormen Resonanz außer Frage stehen: Egal, ob am Freitagabend die Hitze drückte oder gegen Samstagmittag die dicken Regenwolken über dem Marktplatz kreisten – die Besucher kamen jeweils in Massen und ließen sich die Klöße schmecken. Auch der Frühschoppen am Sonntag wurde bestens angenommen. „Toll finde ich auch die abwechslungsreiche Musik“, meinte Peter Schramm und sprach damit vor allem den Organisatoren des Integrierten Stadtmarketings Coburg ein dickes Lob aus. Und in der Tat präsentierte sich die Musik an den drei Tagen – von den „Silhouettes“ über die Coburger Stadtkapelle bis zu den Sonneberger Jazzoptimisten – so vielfältig wie der Kloß.

Coburger Tageblatt Logo Elisabeth Niestroy