16.10.2011

Studieren auf Baustelle

Hochschule gleich Baustelle

Coburg - Für die Studenten der Hochschule Coburg sind die ersten Schritte beim Start des Wintersemesters heuer besonders knifflig. Wer beispielsweise eine Anlaufstelle bei Prüfungs- oder Praktikumsfragen sucht, wird dort fündig, wo man die Büros eher nicht vermutet: Direkt hinter der Cafeteria sind mehrere rote Container aufgereiht, in denen die Ämter provisorisch untergebracht sind.

Der Grund: Der Campus Friedrich-Streib-Straße wird generalsaniert. Für insgesamt 16 Millionen Euro entstehen mehr als 4 000 Quadratmeter neue Fläche, unter anderem zwei neue Hörsäle. Vieles kann schon genutzt werden, trotzdem wird an vielen Stellen noch immer kräftig gebaut. Auch am Standort Hofbrauhaus kreisen die Kräne, bis August 2012 entsteht ein Hörsaal- und Laborgebäude sowie ein vierstöckiges Parkhaus. Aktuell muss auf dem Campus deshalb noch viel improvisiert werden.

Beschwert hat sich keiner

Die Hochschule rüstet sich für die Zukunft - und für die Studenten heißt dies: Studieren auf der Baustelle. "Alle Maßnahmen sind mehr als nötig. Wir hatten im Vergleich zu anderen Hochschulen Nachholbedarf", erklärt Margareta Bögelein von der Pressestelle der Hochschule.

Trotz Bagger, Kran und Bauarbeiter liefen die ersten Tage des Wintersemesters recht reibungslos ab. "Natürlich gab es hier und da Anlaufschwierigkeiten. Aber beschwert hat sich keiner bei uns", resümiert Bögelein zufrieden. Improvisiert werden musste aber trotzdem. Beispielsweise wurde am neuen Senatssaal für die Mitgliederversammlung des Vereins Hochschule Bayern letztes Wochenende bis zuletzt Hand angelegt. "Am Tag zuvor wurden noch Tische aufgestellt und Lampen angeschlossen. Aber es hat alles geklappt", freut sich Bögelein.

Auch für den Fachbereich Soziale Arbeit war der Beginn des Wintersemesters 2011/2012 kein Start wie jeder andere. Praktisch pünktlich zur ersten Vorlesung wurden die neuen Räume bezogen. "Eine doppelte Belastung für die Mitarbeiter", sagt Dekan Prof. Dr. Andreas Aue. Da zudem im Vergleich zum Vorjahr 50 Studenten mehr aufgenommen wurden, habe man die Studierenden in Kleingruppen eingeteilt. "Das hat gut funktioniert", so Aue.

Ohnehin sieht man auf dem Campus Friedrich-Streib-Straße Licht am Ende des Bautunnels. Im November ist das Automobillabor fertig, ab dem 18. Oktober steht das neue Service-Center im Hauptgebäude für die Studenten bereit. Und die neuen Hörsäle mit 450 Plätzen sind vom Campus nicht mehr wegzudenken. "Sie sind täglich von acht bis 19 Uhr belegt", weiß Bögelein.

Ganz so weit ist man am Standort Hofbrauhaus noch nicht. Allerdings ist der Bauherr, die Bamberger KLAPPAN-Gruppe, zuversichtlich, dass die Baumaßnahmen im August 2012 beendet sind. "Die Arbeiten gehen zügig voran, wir sind im Plan", bestätigt Projektleiter Helmut Stähr. Natürlich könne man wegen des Winters nie exakt kalkulieren. "Aber wir sind zuversichtlich und werden das aktuell bessere Wetter ausnutzen."

Die langwierigen, schwierigen Arbeiten liegen laut Stähr bereits hinter den Arbeitern. Das Gewölbe wurde freigelegt, eine Bodendecke installiert. "Jetzt geht es relativ schnell nach oben", sagt Stähr. Dabei müssten sich die Studenten wegen möglicher Lärmbelästigung keine Sorgen machen. "Die Radau-Arbeiten mit Presslufthammer sind vorbei. Da dürfte es wenig Probleme geben."

Das bestätigen drei Erstsemestlerinnen bei einer Zigarettenpause vor dem Hofbrauhaus-Gebäude. "Wir studieren zwar erst ein paar Tage, aber gestört haben uns die Arbeiten bisher nicht", sind die jungen Frauen einer Meinung.

Neue Presse Logo Christian Pack

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