17.02.2011
Hilfe benötigt
Sonnefeld - Hedwig und Alfred Thomaka: Unterstützt von der Tochter Sandra sind sie Kopf und Ideengeber für einen Kreis Gleichgesinnter; einer losen Gemeinschaft, die sich Einsatz- und Hilfsbereitschaft gleichermaßen auf die Fahne geschrieben hat – ehrenamtlich unter der Bezeichnung „Kleiner Frauenkreis“. Jetzt zogen sie wieder Bilanz und übergeben den finanziellen Erlös ihrer Arbeit an die Organisation „Freunde für Asien“. In den vergangenen zehn Jahren summieren sich diese auf eine hohe fünfstellige Summe, die Vereinsvorsitzender Wolfgang Hasselkus (Rödental) in Sonnefeld in Empfang nahm.
Seit einem Jahrzehnt nutzen „rund ein Dutzend gestandene Frauen“ ihre regelmäßigen Arbeitstreffs in der Hofstädter Straße, um ehrenamtlich Werte zu schöpfen. Während der sommerlichen Erntezeit köcheln in Thomakas Küche nach Großmutters Rezepten Marmeladen. Andere Helferinnen beschäftigen sich mit dem Füllen gesundheitsfördernder Ruhekissen, nähen und basteln Spieltiere fürs Kinderzimmer oder stellen Seifenkreationen unterschiedlichster Duftrichtungen her.
„Auf den Märkten sucht man unseren mit Bildtafeln über das südostasiatische Hilfsgebiet zusätzlich dekorierten Marktstand“ erläuterte Hedwig Thomaka. Fernsehauftritte der Helferinnen, Mundpropaganda und Berichte auch in überregionalen Medien haben den Hilfsgedanken unters Volk getragen. „Man kennt uns. Man sucht uns. Den Spendenbetrag konnten wir dadurch Jahr für Jahr steigern.“
Zur Übergabe im neuen Gemeindezentrum im Rahmen eines „Kaffeekränzchens“ hatte sich Alfred Thomaka (der bislang einzige männliche Helfer) eine außergewöhnliche Verpackung ausgedacht: Anstelle des üblichen überdimensionalen Spendenschecks nahm Dr. Hasselkus symbolisch einen Geldsack dankbar in Empfang.
Eindrucksvolle Lichtbilder
An Hand eindrucksvoller Lichtbilder demonstrierte Hasselkus den Helferinnen und Gästen die Verwendung der Spendengelder in Birma, dem Lebensraum der Karen: einer Bevölkerungsgruppe, zu der er seit seiner ersten Reise nach Südostasien 1985 Kontakte knüpft. Und die seit der Offensive des burmesischen Militärs 1997 unter schwierigsten Bedingungen ein ebenso entbehrungsreiches wie gefährdetes Leben verbringen. Der unzureichenden medizinischen Versorgung versucht Hasselkus seit 20 Jahren entgegenzuwirken, und zwar durch den Aufbau einer Basisversorgung für die Zivilbevölkerung und Flüchtlinge, mobile Klinikeinrichtungen, Integration der Pflanzenheilkunde aus dem Dschungel, Operationen unter für uns unvorstellbaren Bedingungen und Einsatz geeigneter einheimischer Mitarbeiter. „Die vom Verein zur Verfügung gestellten Finanzmittel für alle Maßnahmen und Projekte lagen 2009 bei rund 65 000 Euro“, stellte Hasselkus mit Blick auf den Spendensack aus Sonnefeld fest.
Für den zentral gelegenen Hauptort Kou Kou stünden Anschaffungen in den Bereichen Diabetik, Ultraschall, Röntgen und Gastroskopie auf der Warteliste. „Auch mein Herzenswunsch, die Einrichtung einer Schulklasse für blinde Kinder, hat sich noch nicht realisieren lassen“, sagte der Mediziner.
Hedwig Thomaka will mit „meinem Doktor“ im März den Wirkungsbereich der Hilfeleistungen, die schwierigen Umstände in ungewohnter Umgebung und die einfache Lebensweise der Bevölkerung bei einer Reise nach Südostasien selbst kennenlernen. Am vollen Programm teilhaben.