15.12.2011
Gemüse-Wollandt sagt Adieu
Coburg - "Der Wollandt" macht zu. Das traditionsreiche Gemüse- und Obstgeschäft in Coburg schlechthin schließt zum Jahresende seine Pforten. "Am Samstag, 24. Dezember, ist der letzte Tag, danach werden wir das Geschäft ausräumen", stellen Andrea und Georg Gunnermann fest. Seit Mitte 2009 betreiben der Neuseser Großhandel für Obst- und Gemüse das Geschäft in der Innenstadt, "aber die Kostensituation und das geänderte Kaufverhalten zwingen uns leider zu diesem Schritt".
Das Ende des Geschäftes im Schatten des Spitaltores heißt aber nicht, dass nun das Warenangebot in der Innenstadt wieder ein Stück geringer wird, dass wieder ein Geschäft verschwindet. Jasmin Heß, bislang als Verkäuferin bei Wollandt tätig, wird sich in der Georgengasse mit einem Obst- und Gemüsehandel selbstständig machen. Im früheren Modehaus Martina soll es ab dem nächsten Februar wieder Äpfel, Birnen, Kartoffeln und anderes mehr geben.
Das neue Geschäft soll nach den Worten von Jasmin Heß "Gemüsemarkt" heißen. "Das passt dort genau, denn schließlich heißt der Platz ja nun Gemüsemarkt", sagt die quirlige Geschäftsfrau. Seit einem Jahr arbeitet sie in dem Laden am Spitaltor und ist froh, dass ihre Pläne sich an dem neuen Standort verwirklichen lassen. "Denn im "Gemüsemarkt" wird es nicht nur das bisherige Sortiment geben. Eine große Saft- und Salatbar wird einen Teil des neuen, 150 Quadratmeter großen Geschäftes einnehmen." Dort können sich die Kunden ihren Salat aus frischen Zutaten selbst zusammenstellen. Produkte aus der Region werden nach den Worten von Jasmin Hess in den Regalen zu finden sein und biologisch angebautes Obst und Gemüse.
Nach wie vor kann sich Jasmin Heß auf Maria Kupfer verlassen. Sie arbeitet seit 35 Jahren in dem Geschäft am Spitaltor und wird auch in der Georgengasse tätig sein. Wichtig ist für Jasmin Heß, dass das persönliche Gespräch mit den Kunden erhalten bleibt: "Die Menschen werden auch in hektischen Zeiten im Vordergrund bleiben."
Seit 1878 gibt es neben dem Spitaltor Obst- und Gemüse zu kaufen. Besonders, wenn es um exotische Früchte ging, ist der Coburger "zum Wollandt". Aber das Einkaufsverhalten der Menschen hat sich geändert, die Fahrt zum Supermarkt auf der "grünen Wiese" ist die Regel, ist Georg Gunnermann sicher. "Und das Sortiment an Obst und Gemüse dort kann sich sehen lassen", stellt er neidlos fest, "Exoten gibt inzwischen überall." Die Entscheidung, das kleine Geschäft neben dem Spitaltor aufzugeben, sei nicht leicht gefallen, sagt auch Andrea Gunnermann. Aber der Umsatz habe nicht mehr die Kosten gedeckt. Dazu kam noch, dass das Ordnungsamt Umbauten bei den Sanitäranlagen und der Kühlung anmahnte.