07.09.2011

Gemeinsam gehen

Gemeinsam gehen

Neustadt - Das Thema "Sterben und Tod" scheint ein unbequemes, wenn auch permanent aktuelles zu sein. Nicht anders kann man erklären, dass zum Auftakt der Themenwoche "Fragen zum Ende des Lebens" nur eine überschaubare Anzahl von Besuchern den Weg ins Familienzentrum fand. "Das diesjährige Thema ist ein ungeliebtes und wird oft verdrängt", begrüßte der Seniorenbeauftragte der Stadt, Dr. Gerhard Beyer, das Publikum. Er riet: "Gerade pflegende Angehörige von unheilbar Kranken und Sterbenden sollten sich rechtzeitig und intensiv mit Sterben und Tod ihres Angehörigen befassen und ihm ein Sterben unter würdigen Bedingungen ermöglichen."

2. Bürgermeister Jürgen Petrautzki attestierte den Organisatoren, ein "anspruchsvolles und hochaktuelles Thema" gewählt zu haben: "Die Frage des Images des Alterns in unserer Gesellschaft entscheidet über das jeweilige Altern." Im Impulsreferat mit dem Titel "Umgang mit Sterben und Tod" stellte Fritz Roth, ausgewiesener Trauerexperte, die Zeit in den Fokus: "Die Zeit ist das Wichtigste, auch im Umgang mit dem Tod. Nicht zuletzt sagt dies der Ausspruch ,Wir dachten, wir hätten noch so viel Zeit' beim Tod eines lieben Angehörigen aus. Das Schlimmste daran ist es aber, dass wir denken, dieses ,keine Zeit haben' ist normal."

Roth meinte: "Der Tod ist der beste Lehrmeister zum bürgerlichen Ungehorsam." Man solle keine Angst haben und den Tod so empfinden, wie man es selbst empfindet und nicht, wie es von einem erwartet wird. Margit Welscher: "Der Tod ist an keine bestimmte Lebensspanne gebunden und deshalb wollen wir ihn thematisieren und ihm die Bedrohlichkeit nehmen: Unsere Aktion, bei der unsere Besucher ihre Wünsche im Bezug auf das Sterben auf Ballons schreiben können, soll das Thema hinaustragen."

So stand auf diesen roten Luftballons beispielsweise: "Ich wünsche mir, ohne Schmerzen zu sterben." Auf einem anderen, den der Wind rasch weitertrug, wollte eine Frau "daheim sterben", und wieder eine andere wollte "liebe Menschen an meiner Seite wissen, wenn es soweit ist".

Neue Presse Logo Peter Tischer

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