02.09.2010

"Es geht los!"

Das Parkett des Coburger Landestheaters ist prall gefüllt, dieses Mal nicht mit Zuschauern, sondern dem eigenen Ensemble. Bodo Busse betritt sogleich die Bühne, um als neuer Intendant des Landestheaters seine Akteure zur Spielzeit 2010/11 zu begrüßen. Für den herzlichen Beifall dankt er ebenso wie für die reibungslose und freundliche Aufnahme.

"Weg von der Sandburg - sofern bei dem Sommerwetter überhaupt eine gebaut werden konnte - zurück zum Musentempel!", so betitelt er die Rückkehr seiner Akteure aus dem Urlaub. "In der Pause konnte man schlafen, essen, trinken und, wie ich, das eine oder andere Kilo zunehmen. Aber wir brauchen es!", verspricht Busse und weist damit schon auf eine äußerst intensive Spielzeit hin, die vor dem Ensemble und vor dem Coburger Publikum liegt. Mit insgesamt 32 Neuproduktionen, 4 Wiederaufnahmen und damit insgesamt 445 Vorstellungen, die Konzerte des Philharmonischen Orchesters gar nicht eingeschlossen, hat man sich einiges vorgenommen. Die Auslastung der vergangenen Spielzeit, 74 Prozent bei rund
110 000 verkauften Karten, möchte man nicht nur halten, sondern, wenn möglich, sogar noch steigern.

Das Programm wurde nach Busses Worten dabei sehr vielschichtig "für das Gott sei Dank kritikfähige Coburger Publikum" gestaltet. Neben Komödie, Operette und Musical setzt Busse auch auf ernste und zeitgenössische Produktionen, wie beispielsweise "Restwärme" und "Familie Schroffenstein". Er möchte somit die Arbeit seines Vorgängers, Detlef Altenbeck, bewahren und zugleich neue Impulse setzen. Einen weiteren Schwerpunkt im Konzept bildet das "Junge Landestheater", das mit zwei Klassenzimmerstücken und eigenen Produktionen ebenfalls in eine arbeitsintensive und kreative Saison geht. Auf dem Gebiet der Theaterpädagogik soll es an Bedeutung gewinnen.

Der Intendant bringt viele neue Gesichter mit nach Coburg. Im Bereich der Dramaturgie wurden mit Georg Mellert und Susanne von Tobien "kreative Köpfe" gefunden. Michael Götz ist ein neues Gesicht in der Regieassistenz, die dem neuen Schauspieldirektor Matthias Straub zur Seite steht. Yvonne Schwartz wird sich als Theaterpädagogin vor allem um das "Junge Landestheater" kümmern. Für das Ballett sieht Busse mit Mark McClain als Leiter und der Kanadierein Tara Yipp als Ballettmeisterin die Möglichkeit, dass es "auch bald in Coburg Warteschlangen für Ballettkarten" geben wird.

Musikalischen Konsens findet Bodo Busse mit Roland Kluttig als neuem Generalmusikdirektor. Es sei eine große Ehre und Freude, dass ein Dirigent mit einem international renommierten Namen ans Coburger Landestheater kommt, so der Intendant. Wer künftig als 1. Kapellmeister an seiner Seite arbeiten wird, ist derzeit allerdings noch offen. Die Vakanz ergab sich kurzfristig, da Kapellmeister Georgios Vranos eine Dirigierprofessur in Griechenland angetreten hat. Ein Nachfolger soll nun gemeinsam mit dem Orchester gefunden werden.

Für die Darbietung auf der Bühne kann Bodo Busse in Schauspiel, Ballett, Sologesang und Chor ebenfalls zahlreiche Neuzugänge begrüßen, mit denen er, genauso wie mit allen "länger in Coburg weilenden" Akteuren, gerne und hoch optimistisch in die neue Spielzeit starten möchte.

Hinter den Kulissen ist Busse froh über viele unterstützende Kräfte. Sein Dank reicht hier von Timo Knauer, allen Mitarbeitern der Verwaltung, der Technik, des Bühnenbildes und der Schneiderei, über Alexander Reschke und Steffen Westphal im Künstlerischen Betriebsbüro und Andrea Kremper in der Öffentlichkeitsarbeit bis hin zum Verwaltungsdirektor Wolfgang Vatke für die nahezu freundschaftliche Unterstützung bei den Vorbereitungen für die Spielzeit

Mit der Hoffnung auf eine "harmonische, konfliktlösungsfähige und segensreiche Partnerschaft" schickt Bodo Busse das Ensemble schwungvoll und locker in die Saison und freut sich auf "zahlreiche und hoffentlich erfolgreiche" Produktionen am Coburger Landestheater.

Der offizielle Startschuss für die neue Spielzeit fällt am 11. September um 15.30 Uhr durch ein "Theaterfest zur Museumsnacht", mit Präsentation der Sparten, Kinderprogrammen und einem Galakonzert.

Neue Presse Logo Robert Schad

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