21.11.2011

Erste Schäden

Erste Schäden

Rödental - „Die Brücke hat einen Bauschaden“ – wenn das Andreas Eisgruber vom Staatlichen Bauamt Bamberg ausspricht, klingt es fast harmlos. Für die Anwohner der Ortsdurchfahrt in Rödental ist es eine Schreckensbotschaft. Werden sie am Ende noch lange auf die Freigabe der ersehnten Umgehung warten müssen, die doch schon für den 12. Dezember angekündigt war, und die ohne die rund acht Millionen Euro teure Brücke nicht funktioniert?

Trotzdem freigeben

Andreas Eisgruber beruhigt: „Wir werden nach dem momentanen Stand der Dinge vor Weihnachten freigeben.“ Der 12., der von Rödentals Bürgermeister Gerhard Preß (CSU) genannt worden war, sei als Freigabetermin so fest gar nicht gewesen. Die Freigabe werde als provisorische Lösung im Baustellenbetrieb erfolgen, sagt Eisgruber.

Der Bauschaden wird dann im kommenden Jahr beseitigt, wenn es die Witterung zulässt. Nach unbestätigten Informationen unserer Zeitung liegt das Problem bei einer Entwässerung der Brücke, die mit einer zu dünnen Asphaltschicht überdeckt wurde. Wenn im Dezember der Verkehr über die Brücke rollen darf, dann ist der Kreisverkehrsplatz vor Mönchröden noch nicht fertig. Der wird später den Verkehr zur Ortseinfahrt von Mönchröden und in Richtung Neustadt lenken.

Bisher ist geplant, nach der Freigabe des Teilstücks zwischen der Staatsstraße 2206 bei Unterwohlsbach und der Staatsstraße 2202 bei den Fischbacher Teichen, die Ortseinfahrt Mönchröden Richtung Neustadt zu sperren. Dieser Teil Mönchrödens wäre dann in und aus Richtung Neustadt über die Umgehung, Kreisverkehr bei Unterwohlsbach und Gnailes angebunden. Wenn die Brücke zur Nachbesserung gesperrt werden muss, sollte der Verkehr allerdings durch Mönchröden rollen können, wenn ein Verkehrschaos vermieden werden soll. Das heißt, der Kreisel müsste zumindest so weit fertig sein, dass er den Verkehr aufnehmen kann.

Die Talbrücke bei Mönchröden ist die größte der gesamten Umgehung, deren Gesamtkosten inzwischen auf rund 41 Millionen Euro beziffert werden. Zu Beginn der Planung, damals noch als Staatsstraße, waren die Planer von weniger als 30 Millionen Euro ausgegangen. Um überhaupt zeitnah finanzieren zu können wurde das Vorhaben dann zur Bundesstraße (B 999) hochgestuft.

Dann musste umgeplant werden, und laufend wurden die Kosten nach oben korrigiert. Die 334 Meter lange Talbrücke ist das aufwendigste Einzelbauwerk der Umgehung. Die Stützen des achtfeldrigen Bauwerks tragen die Fahrbahn in einer mittleren Höhe von 25 Metern. Um einen festen Stand zu geben, mussten 1,5 Meter dicke Betonsäulen mit der Tiefe eines achtstöckigen Gebäudes im Boden versenkt werden.

Bis zur Fertigstellung verschwunden rund 30 000 Tonnen Beton in der Talbrücke, 1600 Tonnen Stahl wurden verbaut. Die Hauptbreite der Brücke beträgt 12,75 Meter. Ein Teil muss aber auf 19 Meter verbreitert gebaut werden, weil dort die Abbiegespur zum Kreisverkehr vor Mönchröden angelegt werden muss.

Die ausführende Firma kommt aus Baden Württemberg und baut auch eine Brücke für die ICE-Neubaustrecke Ebensfeld-Erfurt in der Region. Detaillierte Angaben zum festgestellten Bauschaden und den Plänen zu dessen Beseitigung stellte Andreas Eisgruber für Donnerstag in Aussicht. Dann wollen Baubehörde, Kommune und Unternehmen in einem Pressgespräch informieren, wie es weitergehen soll.

Coburger Tageblatt Logo Rainer Lutz

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