25.08.2010
Energie sparen angesagt
Geht Bürgermeister Gerhard Preß durch die Franz-Goebel-Halle, lächelt er zufrieden. Die Sanierungsarbeiten laufen nach Plan. Bald wird die Stadt eine Menge Geld sparen: bis zu 35 000 Euro Energiekosten jährlich.
Rund 1,5 Millionen Euro fließen in die Goebel-Halle. Bei der gründlichen Modernisierung geht es in erster Linie um die Senkung des Energieverbrauchs, wofür die Stadt den Löwenanteil der Baukosten in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II des Bundes bekommt. Nach der Frankenland-Halle in Ebersdorf, wo rund drei Millionen Euro investiert werden, handelt es sich um das größte Bauvorhaben im Landkreis Coburg, das in den Genuss der Sonderförderung kommt.
"Eine 90-prozentige Förderung hat es in meiner Amtszeit bisher nur einmal, für die Domäne Oeslau, gegeben", freut sich der Bürgermeister. Gebaut wird seit gut einem Jahr an der 1978 eingeweihten Halle. Die Fassaden sind bereits konsequent auf Energiesparen getrimmt, mit komplett neuen Fenstern und wirksam isolierten Wänden und Dächern. Geschlossen ist die Halle erst seit Mai mit Beginn des Innenausbaus.
Innen muss sich Preß einen Weg durch das gewaltige Baugerüst suchen, das die gesamte Halle ausfüllt. Das Gerüst trägt eine Plattform, sodass Arbeiten an der Hallendecke auf allen Seiten gleichzeitig ausgeführt werden können. "Das hilft ungemein, den Zeitplan einzuhalten", so der Bürgermeister. Zu Beginn des neuen Schuljahres soll die Goebel-Halle, die rege für Schul- und Vereinssport genutzt werde, ihre Pforten wieder öffnen. "Damit gehört die Halle zu den ersten durch das Konjunkturpaket geförderten Projekten dieser Größenordnung, die in der Region fertig werden."
Mit Begeisterung weist Preß auf die umfangreiche neue Energiespartechnik hin. Energiesparende Beleuchtung, eine Deckenstrahlheizung zur Verbesserung des Raumklimas, Strom und Warmwasser aus Sonnenenergie, Energierückgewinung aus Abwärme. Die Duschen würden auf den "neuesten energetischen und hygienischen Stand" gebracht
"Viele Spezialisten sind hier am Werk", sagt der Bürgermeister beim Blick auf die noch laufenden Arbeiten. Die meisten stammten aus Oberfranken, "85 Prozent", davon viele aus dem Raum Coburg, Bamberg und Kulmbach oder direkt aus Rödental. Auf sein Geld müsse niemand lange warten, denn die Fördermittel würden zügig ausgezahlt.
Für alle elf Anträge des Landkreises Coburg aus dem Konjunkturpaket II liegen die Bewilligungsbescheide von der Regierung von Oberfranken vor. Damit fließen rund 6,3 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II in den Landkreis, die Investitionen von gut 9,3 Millionen Euro ermöglichen. Zugute kommen die Investitionen Schulen, Kindergärten und anderen kommunalen Einrichtungen, die energetisch modernisiert werden.
Konkret sind das im Landkreis Coburg: die Frankenland-Halle in Ebersdorf (rund drei Millionen Euro), die Franz-Goebel-Halle in Rödental, die Grund- und Hauptschule Seßlach (rund 1,3 Millionen Euro), das Schulhaus in Weidhausen (rund 360 000 Euro) und die Volksschule in Sonnefeld (rund 1,3 Millionen Euro), das Kreisjugendheim am Weinberg in Rödental (655 000 Euro), der städtische Kindergarten "Marienkäfer" in Bad Rodach (130 000 Euro), der Willy-Machold-Kindergarten in Dörfles-Esbach (rund 500 000 Euro) sowie die Rathäuser in Itzgrund, Lautertal und Untersiemau (zusammen rund 725 000 Euro).