09.02.2011
Diskussion um Sperrzeit
Coburg - Die Gastronomen und Kneipiers aus dem Steinweg wenden sich gegen Pläne, die Sperrzeit von derzeit 5 Uhr auf 2 Uhr vorzuziehen. "Wenn das passiert", so Nicole App von der Bar "Chicas", "dann wird es wirklich ruhig im Steinweg, weil es dann viele Gaststätten nicht mehr gibt". Der bayerische Städtetag fordert, dass Gaststätten von 2 bis 6 Uhr geschlossen sein sollen, die Kommunen aber Ausnahmen genehmigen können.
"Wenn die Sperrzeit wieder ab 2 Uhr gilt, wird es noch mehr Ruhestörungen geben", sind sich Rico Böhme und Nima Khorsandi ("Wohnzimmer") sicher. Dann gingen besonders im Sommer die Gäste aus den Kneipen auf die Straßen, "oder die Party setzt sich im Hofgarten fort". Auch weil sich in den vergangenen Jahren das Ausgehverhalten der Menschen geändert habe, sei eine Sperrzeit ab 2 Uhr nicht angemessen, so die Argumentation der Wirte. Ebenso wenig würde sich die Randale verringern. "Für die Anwohner ist es einerlei, ob jemand um 23 Uhr oder um 4 Uhr in den Hauseingang pinkelt", so Böhme.
Nur eine vermehrte Anwesenheit der Polizei könne unschöne Begleiterscheinungen in Coburgs Kneipenmeile verhindern. Nach den Worten der Gastronomen sei eine im Auto durchfahrende Polizeistreife zu wenig. "Fußstreifen, die auch im Fall der Fälle durchgreifen", könnten nach Ansicht von Nima Khorsandi die Probleme in den Griff bekommen. Und Nicole App erinnert an die Zeit, als nachts ständig Polizei aus Nürnberg im Steinweg war. "Da gab es so gut wie keine Vorfälle."
Darüberhinaus werde der Steinweg auch schlecht geredet. Ursache dafür sei eine einzige Kneipe, wo man sich wenig an die Vorschriften halte, mitunter das Jugendschutzgesetz ignoriere und für eine übermäßige Beschallung der Straße sorge.
Nach Auskunft von Gerhard Berwind, Leiter des Ordnungsamtes, gibt es aktuell keinen Antrag aus den Fraktionen des Coburger Stadtrates, die Sperrzeit zu verändern oder auch nur für den Steinweg eine eigene Regelung zu erarbeiten.