10.02.2012
Die Problembrücke
Coburg - Wege entstehen beim Gehen, sagt der Volksmund. Und wenn keiner mehr dort geht, dann verschwinden sie. Dieses Schicksal ist dem Fußweg von der Rodacher Straße zur Querstraße widerfahren. Nun verschwindet er auch aus den Karten und Katastern: Per Beschluss des Bau- und Umweltsenats am Mittwoch wird der Weg eingezogen.
Dafür wurden andere neu ausgewiesen, so die 157 Meter Verlängerung des Lucas-Cranach-Wegs am Seidmannsdorfer Hang sowie die Treppenwege. Auf der Bertelsdorfer Höhe ist an der Martinetstraße – wegen des geänderten Bebauungsplans – auch eine neue Erschließungsstraße erforderlich. Sie erhielt den Status einer Gemeindestraße; der Geh- und Radweg in diesem Bereich ist ein beschränkt öffentlicher Weg.
Aber was wird aus dem Stück des Schleifwegs zwischen Lauter und Kanonenweg? Das Problem dort ist die Brücke über die Lauter: Sie müsste erneuert werden, das kostet 85000 Euro. Geld, das die Stadt sich gern sparen würde und könnte, wenn es die 108 Meter Weg nicht mehr gäbe. Darunter verläuft der verrohrte Rottenbach. „Das scheint ein historisches Überbleibsel zu sein“, kommentierte Dritter Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann (CSB). Als Erschließungs- oder Rettungsweg werde er nicht gebraucht. Fußgänger und Radfahrer könnten genauso durch die Raststraße oder den Schleifanger an ihr Ziel kommen. Deshalb sei fraglich, ob dieses Wegstück noch gebraucht wird.
Doch sicher weiß man das nicht. Deshalb wird die Stadt das Verfahren zur Einziehung des Wegs starten. Dann haben nämlich die Bürger und Anwohner die Möglichkeit, ihre Meinung zu äußern. Auch die verschiedenen Träger öffentlicher Belange werden angehört.