03.03.2011
Deutsche Küche im Gepäck
Sonnefeld - Ganz gespannt blickt Hedwig Thomaka dem heutigen Mittwoch entgegen. Gemeinsam mit Dr. Wolfgang Hasselkus bricht sie nach Burma auf. Seit elf Jahren verkauft der Kleine Frauenkreis, den Hedwig Thomaka federführend leitet, Selbstgemachtes, um die Arbeit des Vereins "Freunde für Asien", den der Rödentaler Mediziner als Vorsitzender führt, unter anderem bei der Anschaffung von medizinischen Geräten zu unterstützen.
"Der Aufenthalt bietet mir die Gelegenheit, selbst zu sehen, was mit dem vom Frauenkreis gespendeten Geld alles geleistet wird", so Thomaka. Von Nürnberg aus fliegen die beiden nach Istanbul, dann weiter nach Bangkok. Dort wird eine Gruppe Medizinstudenten zu ihnen stoßen. Gemeinsam geht es über Kanchanaburo nach Sangklaburi.
Erste Unterkunft ist ein Dorf, das etwa 30 Minuten entfernt liegt. In der Nähe der burmesischen Grenze befindet sich dann das erste Augencamp, bevor nach vier bis fünf Tagen nach Sangkla, Bangkok und Maesot weitergezogen wird. Nach einer Übernachtung wird über den Moi River nach Burma ans Krankenhaus Kou Kou gereist.
Insbesondere auf die Medizinstudenten wartet viel Krankenhausarbeit, die Unterricht, Ambulanz, stationäre Patienten und klinisches Training umfasst. Hedwig Thomaka wird sich indes im hauswirtschaftlichen Bereich einbringen.
Da es zwischen 30 und 35 Grad warm ist, packt sie nicht sehr viele Kleidungsstücke in ihren Koffer, sondern will sich die typischen Röcke, die als Landestracht getragen werden, kaufen. Um auch etwas Komfort zu haben, kommen eine Thermoskanne und ein Kaffeefilter mit auf die Reise. "Eine Reibe und ein Kartoffelsäckchen habe ich auch bereit gelegt, weil ich weiß, dass Reibekuchen das Lieblingsgericht von Dr. Wolfgang Hasselkus ist. Außerdem ist es sicherlich für die Burmesen interessant, einmal Deutsche Küche auszuprobieren und zu kosten."
Da Kochen und Handarbeiten ihr Metier sind, ist die Sonnefelderin schon ganz gespannt auf ihre Aufgaben. "Es wird es sicherlich interessant sein, schon früh den Ofen, der außerhalb der Hütte liegt, anzuschüren und damit zu kochen."
Neben der Versorgung des Teams und Aufmunterung mit der einen oder anderen Leckerei sieht sich Hedwig Thomaka auch als moralische Unterstützerin und will sich bei der Betreuung der Patienten aktiv mit einbringen. "Arbeit wird es genug geben", bringt sie es auf den Punkt.
Komfortabel wird der Aufenthalt im Dschungel nicht gerade sein. Wie die anderen hat auch die Sonnefelderin einen Schlafplatz auf dem Boden. "Ich habe mir einen Daunenschlafsack besorgt und auch ein Moskitonetz dabei. Außerdem werde ich mir noch ein Nackenhörnchen oder ein kleines Dinkelkissen mitnehmen. Wenn Dr. Hasselkus das mit dem Schlafen schafft, dann kann ich das auch", zeigt sie sich entschlossen. Für ihren Einsatz in Burma trägt die Sonnefelderin alle Kosten selbst und plant schon in die Zukunft. "Ich könnte mir durchaus vorstellen, auch ein zweites Mal nach Burma zu reisen."
Ehegatte Alfred und Tochter Sandra, die auch den kleinen Frauenkreis sowie den Verein "Freunde für Asien" unterstützen, stehen dem Vorhaben sehr aufgeschlossen gegenüber. "Wir haben meiner Mutter extra ein Seniorenhandy besorgt und fünf wichtige Nummern eingespeichert, sodass sie mit uns im Kontakt bleiben kann. Außerdem gab es zu Weihnachten Bildbände und Touristenführer, um eine kleine Vorstellung von Land und Leuten zu erhalten", erklärt Tochter Sandra.
Beim Tatendrang ihrer Mutter schließt sie nicht aus, dass nach deren Rückkehr auch die Wohnung der Thomakas ein anderes Gesicht erhält. Da es in Burma eine Zeitverschiebung von sechs Stunden nach vorne gibt, kommt die Sonnefelderin am 19. März zurück und kann einen Tag später ihren Geburtstag zu Hause feiern. Sohn und Tochter werden sie dann mit Rouladen und Klößen empfangen.