08.09.2011
Der Hang rutscht
Untersiemau - Üppiges Grün sprießt an den Hängen der neuen Bundesstraße 289. Die beidseitigen Bepflanzungen zur Fahrbahnseite hin sind zwischen Untersiemau und Lichtenfels abgeschlossen. Ein Wermutstropfen fällt allerdings in die umweltfreundliche Maßnahme des Staatlichen Bauamt Bambergs: An einigen Stellen rutschte der Hang - samt frisch gepflanzten Bäumen und Sträuchern.
Besonders betroffen war ein Teilstück an der Brücke der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Birkach am Forst und Tiefenroth. Dort wurde der Hang abgegraben und mit einer Steinschüttung, sogenannten Schrotten, versehen. Auch in Richtung Lichtenfels vor der Einmündung der B 289 neu in die Autobahn A 73 mussten einige Streifen befestigt werden. Der Annahme einiger Autofahrer, es sei nicht ordentlich gearbeitet worden, oder der Baugrund sei nicht präzise vermessen, widersprach das Staatliche Bauamt.
Norbert Schmitt, Abteilungsleiter "Zentrale Dienste" im Staatlichen Bauamt Bamberg erklärte auf Nachfrage der Neuen Presse, dass die Böschungssanierung erforderlich wurde, weil der Hang dort instabil geworden sei. Wechselnde Geologie und Hangwasser hätten zum Abrutschen des Erdreichs geführt. Zwar sei vorher eine Baugrunduntersuchung vorgenommen worden, doch "wir können nicht jeden Meter untersuchen", erläuterte Schmitt. Darüber hinaus dürfe man nicht vergessen, dass die Natur ihre eigenen Wege gehe. Aufgrund dessen wurde die Erde entfernt und Stützkörper mit Bruchsteinen eingebaut. Die Kosten der Maßnahme trägt der Bund.
Zwischen Tiefenroth und Birkach sind oberhalb der Böschungen dicht gepflanzte Hecken nicht angewachsen. Dazu erklärte Norbert Schmitt: "Der Bereich, der aus Eichen, Hainbuchen, Birken, Vogelkirschen und anderen Gehölzen besteht, ist Bestandteil einer Blendschutzpflanzung zwischen der Gemeindeverbindungsstraße und der Bundesstraße 289, die die Blendwirkung der in diesem Abschnitt parallel laufenden Straßenzüge minimieren soll." Anstelle von nur technischen Maßnahmen, wie zum Beispiel Blendblechen oder ähnlichem, sei eine Bepflanzung vorgenommen worden. Es handle sich somit um eine rein "technische" Art der Bepflanzung und nicht um eine mit vorwiegend gestalterischem Charakter.
"Die Ausfälle sind nicht durch Trockenheit, sondern durch vorherrschende Staunässe begründet", unterstrich Norbert Schmitt. Der Abschnitt, etwa 40 Meter lang, entstand beim Bau und erklärt sich durch den Einbau von stark tonhaltigem Schüttmaterial. Eine Nachpflanzung sei in diesem Bereich somit zwecklos. Die weitere Entwicklung werde beobachtet. Im weiteren Verlauf seien die Bodenverhältnisse wieder normal, auch das bisherige Anwachsergebnis. Wenn andere einzelne Gehölze nicht anwachsen, so sei dass bei Zigtausend Pflanzen normal. Sie würden im Rahmen der Gewährleistungspflicht vom Landschaftsbauunternehmen ersetzt.