20.07.2010

Champions im Wollkleid

Champions im Wollkleid

Hartmut Rauschert hat am Sonntag vier Lämmer in einer Bucht auf dem Gelände der "Alten Schäferei" in Ahorn ausgestellt. Er züchtet Mutterschafe der Rasse Texel, einer kleinen, drallen Rasse. 30 Fleischschafe des Rossachers weiden zwischen Buchenrod und Scherneck. Rauschert betreibt sein Hobby aus Leidenschaft, denn Wirtschaftlichkeit, so sagt er, ist nur noch im Hauptgewerbe mit großen Herden gegeben.

Hartmut Rauschert gehört dem Vorstand der Vereinigung oberfränkisches Schafhalter an und ist von Beginn an beim oberfränkischen Schaffest dabei. Die sechste Auflage unter dem Motto "Scharf auf Schaf" lockte am Sonntag gut 800 Besucher in die "Alte Schäferei". Die Anzahl der Tiere war so hoch wie noch nie: 22 Aussteller präsentierten 70 Schafe zehn verschiedener Rassen. Heuer gab es neben den Paarhufern zum ersten Mal auch verschiedene Hütehundrassen mit ihren Eigenschaften und Arbeitsauffassungen zu bestaunen. Daneben lud ein kleiner Markt mit einer bunten Produktpalette von Wolle über Schafsalami bis hin zum Käse zum Bummeln ein.

Am Morgen nahm Preisrichter Siegbert Bergmann die Rassen kritisch unter die Lupe. Bewertet und dokumentiert wurden die äußere Erscheinung der Tiere wie Rahmen, Rücken und Fundament sowie die Bemuskelung, die Wollfeinheit, ebenso wie die Klauen und das Gebiss.

Das bedeutendste Tier ist das Merinolandschaf. Die deutsche Hauptrasse wird zur traditionellen Wanderschafhaltung eingesetzt. Die genügsamen Tiere dienen zur Landschaftspflege und liefern nebenbei Fleisch. Natürlich war das Coburger Fuchsschafs mit seiner feinen, rot-gold schimmernden Wolle mit von der Partie, das sich hervorragend zur Landschaftspflege in rauhen, regenreichen Mittelgebirgsverhältnissen eignet. Exotisch wirken die Blauköpfe, die zu den Fleischschafen zählen.

Weitere Raritäten sind zum Beispiel das Shrophire. Diese Rasse, erklärte Museumsleiter und Schafhalter Lothar Hofmann, mache den Einsatz von chemischen Mitteln in Christbaumkulturen überflüssig. Das kleine Schaf mit dem kurzen, stämmigen Hals und bewollten hornlosen Kopf mit seitlich abstehenden Ohren und kurzen Beinen verschmäht bei richtiger Weidetechnik nämlich Nadelbäume. Beim Dorper spart der Schäfer die Schur, da das Schaf sein Fell von alleine abwirft.

Renate Baierlein, Tierzuchtberaterin am Amt für Landlandwirtschaft und Forsten in Bayreuth, und Schirmherr Landrat Michael Busch zeichneten die erfolgreichsten Züchter mit Pokalen aus. Champions wurden die Merinolandschafe Bock von Klemens Roß und Schaf von Anton König.

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