07.06.2011
CC lockt Extremisten an
Coburg - Wenige Tage sind es noch bis zum 143. Pfingstkongress des Coburger Convents (CC). Knapp 4000 Mitglieder und Angehörige werden vom 10. bis zum 14. Juni in der Vestestadt erwartet. Und wie jedes Jahr werden auch heuer wieder einige ungeladene Besucher hinzu kommen. Linksextreme Gruppe rufen auch 2011 zu Aktivitäten gegen den CC auf.
"Es sind Gegendemonstrationen von mehreren Einzelpersonen angemeldet", bestätigt Markus Reißenberger, Pressesprecher der Polizeiinspektion Coburg. Die Demonstranten hätten die Intention, von den CC-Teilnehmern "bemerkt zu werden". Dementsprechend würden sie auch hauptsächlich in der Coburger Innenstadt demonstrieren. Eben dort wo sich die meistern CC-Teilnehmer aufhalten. Haupttag der Demonstrationen sei der Samstag.
In einschlägigen Internetforen wird ganz konkret zu einer Protestdemonstration am Samstag, 11. Juni, um 15 Uhr aufgerufen. In einem Internet-Blog heißt es zum Beispiel: "Von Fackelmarsch und Heldenkult haben wir schon lange genug und werden deshalb auch dieses Jahr wieder vor Ort sein."
Bereitschaftspolizei
Im letzten Jahr protestierten knapp 300 Teilnehmer aus der linken Szene weitgehend friedlich. Einzig vor einer Coburger Kneipe im Steinweg gab es ein kurzes Gerangel. Trotzdem wird sich die Polizei Hilfe von der Bereitschaftspolizei holen. "Die Beamten werden uns das gesamte Wochenende unterstützen", berichtet Reißenberger, der über die genaue Zahl der Einsatzkräfte keine Aussage tätigen will.
Womöglich wird die Zahl der Polizeibeamten aber etwas höher sein als 2010. Denn im Internet formiert sich nicht nur Widerstand gegen die Teilnehmer am Coburger Convent. Eine vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestufte Organisation beschwert sich in einem Schreiben, das der Neuen Presse vorliegt, über die fehlende Distanzierung der Stadt von den linksextremen Protest-Gruppen. Die Stadt, so heißt es weiter, würde "pöbelnden und randalierenden" Linksextremisten überlassen, für die "selbst einfachste Höflichkeitsformen unüberwindliche Hürden darstellen".
Da sich die Stadt davon nicht öffentlich distanziert, würde man im Vorfeld des CC bundesweit dazu aufrufen, "diese wunderschöne Stadt zu Pfingsten anzuschauen". Dabei könnte es durchaus passieren, dass man "von der Stadt Coburg geduldeten Personen begegnen könnte".
Die Polizei nimmt die verschiedenen Veröffentlichungen im Internet ernst. "Wir haben uns kundig gemacht. Und dementsprechend reagieren wir auf das angekündigte Versammlungsgeschehen", sagt Markus Reißenberger. Ob sich die Polizei ganz speziell auf eine zweite Protestgruppe einstellt, war nicht zu erfahren.
Den Verantwortlichen des Coburger Convents ist die aktuelle Entwicklung ein Dorn im Auge. In einer öffentlichen Erklärung distanzieren sie sich von den "Linksautonomen" und den "Personen aus dem rechtsradikalen Milieu", die im Rahmen des CC antidemokratische Ideologien verbreiten.
Für die Verantwortlichen sei Protest in jeglicher Form unerwünscht. Kurz vor dem Start des 143. Pfingstkongresses schicken sie deshalb einen Aufruf in Richtung der Demonstranten, der wahrscheinlich aber ungehört bleibt. "Der Coburger Convent lehnt beide Extreme ab und fordert diese auf, dem Pfingstkongress fern zu bleiben."