12.01.2012
Neues Bettenlager
Coburg - "N.I.R." sind die entscheidenden Buchstaben. "Nicht Innenstadt relevant" bedeutet dies und damit hat der Bau- und Umweltsenat des Coburger Stadtrates nichts dagegen, dass eine Filiale des Dänischen Bettenlagers auf der Lauterer Höhe entsteht. Der Senat sprach sich am Mittwochmorgen einstimmig für den Neubau einer Filiale an der Niorter Straße aus. Direkt an das bestehende Gebäude der Firma Fressnapf wird, fast genauso groß, das neue Dänische Bettenlager angedockt. Dagegen wird das Bettenlager am Ortseingang von Dörfles-Esbach aufgegeben, die Mitarbeiter ziehen mit um.
Die Filiale wird eine Gesamtfläche von 1100 Quadratmetern haben, 830 Quadratmeter davon sind Verkaufsfläche, wobei Möbel auf 210, Gartenmöbel und -artikel auf 130 und Betten, Matratzen sowie Teppiche auf einer Fläche von 280 Quadratmetern angeboten werden. Heimtextilien (Bett- und Tischwäsche, Vorhänge) sollen 80 Quadratmetern Käufer finden. Dieses Sortiment jedoch ist "I.R.", soll heißen "Innenstadt relevant". Da allerdings dieser Teil weniger als zehn Prozent der gesamten Verkaufsfläche ausmacht, hatte der Bau- und Umweltsenat nichts gegen die Neuansiedlung des Betriebs auf der Lauterer Höhe.
Nach den Festsetzungen des Bebauungsplanes für die Lauterer Höhe darf das dort angebotene Sortiment nicht in Konkurrenz zur Innenstadt treten. "Wer aber überprüft, ob diese Vorgaben auch beachtet werden?", fragte Stadtrat Peter Kammerscheid, Freie Wähler. Er wird nicht müde, immer darauf hinzuweisen, "dass die Innenstadt nicht ausblutet".
Im Genehmigungsbescheid für die Filiale, wie für jeden Betrieb auf der Lauterer Höhe, so Joachim Träger vom Stadtplanungsamt seien die Quadratmeterzahlen für die verschiedenen Warenangebote nach dem Bebauungsplan festgeschrieben. Somit habe die Stadtverwaltung die Möglichkeit bei Verstößen einzugreifen. Bislang, so Träger, "hat es keine negativen Ausreißer gegeben".
Naturnahe Gewässer
Abgeschlossen ist jetzt ein Gewässerentwicklungskonzept und eine Gewässerstrukturkartierung für das Stadtgebiet. Im vergangenen Jahr wurden die sogenannten Gewässer dritter Ordnung von einem Bayreuther Büro für ökologische Planungen und Umweltstudien untersucht. Gewässer dritter Ordnung sind Bäche und kleinere Flüsse, für deren Pflege und Unterhalt die Städte und Gemeinden zuständig sind.
Nötig geworden ist die Kartierung wegen einer EU-Richtlinie, wonach bis zum Jahr 2015 ein guter Zustand der Flüsse, Bäche und Seen in der Europäischen Union erreicht werden soll. Die Umsetzung dieser Richtlinie ist nicht zwingend, aber die Bestandsaufnahme der Gewässer einschließlich der Uferbereiche ist nötig, um Zuschüsse aus den verschiedenen Förderprogrammen zu erhalten.
Das Gewässerentwicklungkonzept schlägt vor, in Bächen und Flüssen im Stadtgebiet künstliche Einbauten wie Stufen und Verrohrungen wenn möglich zu entfernen, die Ufer naturnah zu gestalten sowie eine reichhaltige Flora und Fauna an den Ufern zu erhalten.