29.10.2011
Bereit fürs Hochwasser
Coburg - Ein vergleichsweise kläglicher Rest von Wasser ist im Goldbergsee zurückgeblieben. Der Hochwasserspeicher ist auf die Winterstauhöhe abgelassen worden. "Jedes Jahr im Oktober wird der Ablauf geöffnet, um Platz für mögliches Hochwasser zu schaffen", erklärt Abteilungsleiter Friedrich Schubart vom Wasserwirtschaftsamt Kronach. Schubart betreut für die Behörde die Stadt und den Landkreis Coburg.
800.000 Kubikmeter Wasser weniger sind jetzt im Goldbergsee. Im Sommer, als sich Badegäste und Spaziergänger, die Tretboot- und Segelbootfahrer an und auf der künstlichen Wasserfläche tummelten, hatte der Goldbergsee mit einem Inhalt von 926 000 Kubikmeter Wasser die Stauhöhe für die warme Jahreszeit erreicht. Jetzt ist der Wasserspiegel um insgesamt zwei Meter abgesenkt, an den Ufern des Goldbergsees liegen nunmehr breite braune und schlammige Streifen im Trockenen.
"In Nordbayern tritt Hochwasser durch starken Regen im Winterhalbjahr auf", weiß Schubart. Ab April oder Mai, je nach Wetterlage, wird wieder mehr Wasser im Goldbergsee angestaut. Besonders viel Wasser fällt an, wenn es bei gefrorenem Boden regnet. Dann speichert das Erdreich kein Wasser.
"Nach Möglichkeit füllen wir den Speicher im Frühjahr mit Hochwasser, denn das ist schön kalt, was wiederum das Wachstum von Algen und Wasserpflanzen verlangsamt", so Schubart. Wird der Goldbergsee langsam angestaut, erwärmt sich das Wasser zu sehr, damit steigt der Phosphatgehalt und das Wachstum der Wasserpflanzen wird angeregt. "Das verursacht mitunter auch eine Geruchsbelästigung", sagt Friedrich Schubart.
Der Goldbergsee ist am 14. Januar dieses Jahres in Betrieb gegangen und hat eine ständige Wasserfläche von rund 71,5 Hektar. Bei Hochwasser können bis zu 145 Hektar überstaut werden. Das Einzugsgebiet umfasst 52 Quadratkilometer. Der Goldbergsee gliedert sich in drei Bereiche: den Grundsee, den Biotopsee und die Flutmulde für die Lauterüberleitung. Zwischen Grund- und Biotopsee quert die Eisenbahnlinie Coburg - Bad Rodach das Gelände.