22.12.2011

Badespaß ab 1. März

Badespaß ab 1. März

Rödental - Es ist eine Deutschland-Premiere: Im Rödentaler Hallenbad werden Wasserfilter aus Keramik eingebaut, die bei Saint-Gobain entwickelt und gefertigt worden sind. Die Technik ist völlig neuartig. Gestern hat der Hersteller die insgesamt 44 Filter ausgeliefert. 24 davon werden in der Reinigungsanlage für das große Schwimmbecken installiert, 20 für das Nichtschwimmerbecken, erläutert Dr. Ronald Neufert, bei Saint Gobain in Rödental verantwortlich für die Produktentwicklung. Dass es so viele sind, erklärt Neufert damit, dass in dem nationalen Pilotprojekt gute Reinigungswerte erreicht werden sollen und das Nichtschwimmerbecken auch für Therapiezwecke genutzt werden kann.

Das Hallenbad in Rödental wird seit dem 1. Juli 2010 von Grund auf erneuert. Zunächst war eine "energetische Sanierung" geplant. Als die Umbauarbeiten bereits liefen, berichtete das Umweltbundesamt davon, dass Reaktionsprodukte von Chlor, das für die Desinfektion des Badewassers eingesetzt wird, bei Babys und Kleinkindern allergische Reaktionen bis hin zu Asthma hervorrufen können. Um dieses in mehreren wissenschaftlichen Studien nachgewiesene Problem zu lösen, entschied der Stadtrat, in das Bad Wasserfilter neuester Technologie einbauen zu lassen.

Zuvor hatte Geschäftsführer Richard T. Utzschneider Bürgermeister Gerhard Preß darauf aufmerksam gemacht, dass Saint-Gobain in Rödental diese Filter entwickelt hat und herstellt. Sie sind widerstandsfähiger, benötigen weniger Chlor, entwickeln beim Desinfektionsvorgang weniger chemische Reaktionsprodukte, lassen sich einfacher reinigen und haben eine längere Lebensdauer als herkömmliche Produkte, so Dr. Neufert. Das lasse eine "deutliche Einsparung" bei den Betriebskosten erwarten, die Bürgermeister Gerhard Preß auf "mindestens 60 000 Euro im Jahr" beziffert. Dies sei neben der Wirtschaftsförderung für ein heimisches Unternehmen ein entscheidendes Kriterium für den Stadtrat gewesen, sich für die deutschlandweit bislang einmalige Filtertechnik im Hallenbadbereich zu entscheiden. Die Gesamtkosten lagen laut Bürgermeister bei rund 700.000 Euro, wovon die Hälfte mit staatlichen Geldern gefördert wird.

Für Geschäftsführer Richard T. Utzschneider sind die neuen Keramik-Wasserfilter ein "Prestigeobjekt für das Saint-Gobain-Werk in Rödental". Das Unternehmen hoffe, sich damit neue Märkte erschließen zu können. Die technische Neuentwicklung ist, so Preß, beim bayerischen Wirtschaftsministerium zur Förderung angemeldet worden.

Moderate Preise

Das Hallenbad versteht sich nach den Worten des Leiters der Stadtwerke Rödental, Michael Eckardt, als Einrichtung, deren "Produkt" Gesundheit und Erholung sind. Um dies vielen Menschen zugänglich zu machen, setzen die Stadtwerke auf moderate Eintrittspreise. Erwachsene zahlen von März 2012 an, wenn das Bad wieder öffnet, 2,50 Euro pro Tag, Jugendliche 1,50 Euro; Kinder unter sechs Jahre sind frei.

Gegenwärtig ist geplant, das Rödentaler Hallenbad täglich von 6 bis 22 Uhr zu öffnen. Schulen, die Schwimmunterricht halten wollen, können das Bad ebenfalls nutzen. Eckardt: "Es sind noch Kapazitäten frei."

Neue Presse Logo Wolfgang Braunschmidt

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