04.07.2011

Atemberaubende Airshow

Atemberaubende Airshow

Coburg - Am Samstag hat es bei der "Airshow 2011" auf der Brandensteinsebene trotz des wolkenverhangenen Himmels mit 3500 Besuchern noch nach einem Rekordwochenende ausgesehen. Aber der Sonntag ließ immer wieder Regen niederfallen und das regnerische, kühle Wetter machte dem Aeroclub-Cheforganisator und zweiten Vorsitzenden Michael Eschenbacher dann einen dicken Strich durch die Rechnung.

Der Verkaufsschlager bei 1500 Gästen am Sonntag, 2. Juli 2011: Glühwein.

Da die letzten drei Flaschen des wärmenden Getränks, ein Überbleibsel aus dem vergangenen Winter, schnell aufgebraucht waren, gab sich Silke Gieserich von der Fliegerklause erfinderisch und braute kurzerhand eigenhändig: Rund 70 Liter waren am Abend verkauft. Diesen Sonntag mit einem zusammengestrichenen Programm will Eschenbacher - "viele Kunstflüge waren so einfach nicht möglich" - sicher schnell aus dem Gedächtnis streichen. Am Samstag jedenfalls wimmelte es nur so von kleinen und großen Flugfans, die auf der Brandensteinsebene voll auf ihre Kosten kamen.

Ewige Liebe

Und auch über der Brandensteinsebene: So wie Manfred Fink aus Coburg, der seinen ersten Kunstflug als "Beiflieger" an der Seite von Ralf Niebergall, erlebte. Seine Lebensgefährtin Christine Busch hatte ihm eine SMS mit folgenden Wortlaut sehr übel genommen: "Schatz, in 15 Minuten Kunstflug - ich liebe dich für immer." Aber als sie Fink einige Loopings, Fassrollen, Viertelrollen und Strömungsabrisse später wohlbehalten und in Superlativen schwärmend in die Arme nahm war das bereits wieder vergessen.

Wer es über Coburg und Umgebung etwas ruhiger haben wollte, war bei Brose Helicopter Service besser aufgehoben, Heli-Pilot Max Stoschek: "Ein Hubschrauber hat nicht die Angriffsflächen für Wind wie ein Flugzeug." Am Samstag waren die Rundflüge völlig überbucht und selbst am windigen Sonntag stand der Eurocopter EC-120 'Colibri' keine Minute still. "Mit einem Hubschrauber zu fliegen ist ein völlig anderes Fluggefühl und man sieht deutlich mehr, da man etwas tiefer fliegt."

Aber auch für alle, die lieber am Boden geblieben waren, gab es allerhand zu sehen und zu erleben: Akrobatik auf Tragflächen mit den Wing-Walkers, eine Transall C 160 der Bundeswehr, Kunstflug mit Pyrotechnik, Fallschirmspringer, zwei sogenannte "Warbirds", Kampfflugzeuge aus dem zweiten Weltkrieg, das amerikanisches Seeaufklärer-Flugzeug und U-Bootjäger "Catalina", Jetmodelle, Segelkunstflug und und und.

Fluglegende Ju 52

Auch eine "gute alte Tante Ju 52" war zu sehen. Seit dem Jahre 1931 wurde die dreimotorige Ausführung der Ju 52 (deshalb: Ju 52/3m) gebaut und zum herausragenden Dessauer Verkaufsschlager; das international am weitesten verbreitete Verkehrsflugzeug. Die "Tante Ju" war sprichwörtlich für ihre Zuverlässigkeit. Die Fluggastkabine konnte regulär 15, mit Notklappsitzen 17 Personen aufnehmen. Sie verfügte über Warmluftheizung und Lüftung. Stauraum für Reisegepäck und Postfracht sowie Waschraum und Toilette waren vorhanden. In der Pilotenkabine war die Doppelsteuerung beibehalten worden, eine Funkausrüstung war hinzugekommen.

Das atemberaubende Programm der Airshow 2011 auf dem Coburger Verkehrslandeplatz neben der Veste zog Besucher aus ganz Süddeutschland und Thüringen an. Michael Eschenbacher: "Wir hatten das beste hier, was wir nach den strengen Sicherheitsvorschriften des Luftamtes möglich machen konnten."

Neue Presse Logo Henning Rosenbusch